Hinten hat man keine Augen - so entschuldigt sich manch ein tapsiger Zeitgenosse, wenn er anderen auf die Füße gestiegen ist oder ihnen rückwärts eine Breitseite mit dem Einkaufswagen verpasst hat. Mit diesem Spruch kommen Kühe im südlichen Afrika nun nicht mehr durch, weil man ihnen neuerdings Augen auf den Hintern malt.
Die Rede ist nicht von den Streichen gelangweilter Wildhüter, sondern von einem recht wirksamen Schutz vor Löwenangriffen. Denn wie sich kürzlich herausgestellt hat, wird der König der Tiere zum Angsthasen, wenn ihm das Opfer direkt in die Augen blickt. Diese Erkenntnis bedeutet einen dramatischen Imageverlust für den Löwen. Zugleich könnte sie die Lebenserwartung afrikanischer Kühe deutlich erhöhen. Denn Platz für ein Paar Augen findet sich auf jedem Wiederkäuerhintern.Ob ähnliche Bebilderungen auch für Menschen sinnvoll wären, ist noch nicht ausreichend erforscht.
Genau in die andere Richtung, den Jäger anzulocken, zielte einst das etwas aus der Mode gekommene "Arschgeweih", eine symmetrische Tätowierung oberhalb des Steißbeins. Vielleicht lohnt auch hier ein Augenpaar als Folgemotiv. Und sei es nur, um unerwünschten Verehrern sagen zu können, dass man sie nicht einmal mit dem Allerwertesten anblicken mag.