Diese Nachricht klingt wie aus einem Horrorfilm. Zwei Jahre lang hat eine Mutter aus Frankreich die Existenz ihrer eigenen Tochter verheimlicht. Die heute 50-Jährige hielt bereits ihre Schwangerschaft geheim, ehe sie das Baby jahrelang im Auto gefangen hielt. Jetzt drohen der mehrfachen Mutter 20 Jahre Haft.

Der Fund des stark verwahrlosten Babys löste vor fünf Jahren nicht nur in Frankreich Entsetzen aus. Denn erst als die Frau ihr Auto im Oktober 2013 in eine Werkstatt in Südfrankreich brachte, wurde die grausame Tat öffentlich. Jetzt muss sich die Frau dafür vor Gericht verantworten.

Mutter ließ Baby im Kofferraum vor sich hinvegetieren

Das kleine Mädchen wurde damals nackt und völlig verschmutzt in einer Babytragetasche im Kofferraum des Autos entdeckt. Das Baby war dehydriert und hatte offenbar Fieber. Die Frau soll den Säugling direkt nach der Geburt im Kofferraum eingesperrt haben und dort vor sich hinvegetieren lassen, wie die französische Nachrichtenagentur AFP mitteilt. Fast zwei Jahre lang soll das niemandem aufgefallen sein. Nicht einmal dem Ehemann der Frau sowie den älteren Geschwistern des Babys.

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Dieses Versteckspiel funktionierte offenbar bis zum Oktober vor fünf Jahren. Da brachte die Frau ihr Auto in eine Werkstatt in Terrasson im Südwesten Frankreichs. Für einen Automechaniker vor Ort war der Anblick des verwahrlosten Kindes "grauenhaft", als er das Baby fand. "Ein kleines Mädchen in seinen Exkrementen, das seinen Kopf nicht halten kann, die Haut weiß wie Marmor und Augen, die sich verdrehten", zitiert die AFP den Mann.

Nach dem grausigen Fund waren beide Elternteile vorübergehend festgenommen worden. Entsprechende Ermittlungen wurden eingeleitet. Da es allerdings keinerlei Hinweise darauf gab, dass der Vater von dem Kind gewusst habe, wurde das Verfahren gegen ihn wieder eingestellt. So hieß es nach Abschluss der Beweisaufnahme.

"Jenseits des Vorstellbaren"

Dieser Fall sei "jenseits des Vorstellbaren", so der zuständige Staatsanwalt. Der Französin drohen jetzt 20 Jahre Gefängnis. Zu den Hintergründen der Tat ist derzeit nichts bekannt. Der Prozess gegen die heute 50-Jährige vor einem französischen Schwurgericht dauert voraussichtlich noch bis zum 21. November.

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Das Mädchen ist heute fast sieben Jahre alt und lebt bei Pflegeeltern. Von dem grausamen Versteckspiel ihrer leiblichen Mutter hat das Kind dauerhafte körperliche Schäden davon getragen. Die Kleine leidet einem Gutachten zufolge unter einem "voraussichtlich irreversiblen Autismus".

Auch die drei weiteren Kinder des Paares, die heute zwischen elf und 17 Jahre alt sind, wurden nach dem Fund ihrer kleinen Schwester zwischenzeitlich in Pflegefamilien untergebracht. Behörden zufolge fielen die Kinder nie auf und gingen ganz normal zur Schule. Wie die AFP weiter berichtet, leben die Drei heute wieder bei ihren Eltern.