Bei einem Tiertransport auf der A5 sind am Mittwochabend rund 500 Hühner qualvoll verendet. Wie die Polizei in Gießen berichtet, seien die Tiere bei 34 Grad nicht mit Wasser versorgt worden. Außerdem sei der Tiertransporter nicht gekühlt worden. Der hinzugerufenen Tierärztin des örtlichen Veterinäramtes boten sich laut Polizei "unfassbare Bilder".

Zeugen hatten die toten Tiere am Mittwochabend in den Käfigen des Lkw auf der Autobahn bei Pohlheim in Mittelhessen gesehen und umgehend die Polizei informiert. Eine Streife der Butzbacher Autobahnpolizei holte den Laster ein. Bereits beim Vorbeifahren sichteten die Ermittler verendete Hühner, zudem lagen weitere Tiere in erbärmlichem Zustand in den Käfigen. Am gleichen Tag starben rund 80.000 Hühner bei einem Brand, der auf einen Hühnerstall übergriff.

Auf dem Weg hätte wohl keines der 4500 Hühner überlebt

Der Transporter hatte rund 4500 Hühner geladen und war am Moren in Frankreich gestartet, um die Tiere zum Schlachten nach Polen zu bringen. Etwa ein Zehntel der Hühner war bereits tot - laut Einschätzung der Tierärztin wäre wohl kein einziges der rund 4500 Hühner lebend in Polen angekommen. Erst einen Tag zuvor stoppte die Polizei einen Schweine-Transporter wegen unvorstellbarer Tierquälerei bei 41 Grad.

Kühlung erfuhren die Tiere lediglich durch den Fahrtwind, wie die Polizei mitteilt. Eine für einen solchen Transport vorgeschriebene Versorgung mit Wasser fehlte gänzlich. Zudem bestand aufgrund der extremen Hitze am 24.07.2019 ein europaweites Verbot für internationale Tiertransporte. Die geretteten Tiere wurden in einen Geflügelbetrieb in Waldsolms gebracht. Die Polizei ermittelt jetzt wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz. Neben den Lkw-Fahrern sind auch der Verlader, der Disponent und der für den Transport verantwortliche Tierarzt im Fokus der Ermittlungen.