Am Amtsgericht München ist am Donnerstag ein Diakon der katholischen Kirche nach der Vergewaltigung einer 15 Jahre alten Messdienerin zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden.

Diakon gesteht unter Tränen, sich an dem Mädchen vergangen zu haben

Er gestand am Donnerstag vor dem Amtsgericht München tränenreich, sich im Mai vergangenen Jahres bei einem Ausflug zu einem Messdiener-Treffen an dem Mädchen vergangen zu haben.

Opfer seit Monaten in der geschlossenen Psychiatrie

Die inzwischen 16-Jährige befindet sich nach Angaben der Nebenklage-Vertreterin seit Monaten in einer geschlossenen Psychiatrie. Der Angeklagte habe ihr Leben zerstört, sagte der Richter. "Der geht's scheiße und Sie sind schuld dran."

Das Gericht verhängte ein Kontaktverbot zu dem Mädchen und seiner Familie. Der katholische Geistliche muss 10.000 Euro Schmerzensgeld an sein Opfer zahlen - und 5000 Euro an den Frauennotruf München. Der frühere Religionslehrer in der kroatisch-katholischen Gemeinde in München darf darüber hinaus fünf Jahre lang keine Kinder und Jugendlichen mehr unterrichten oder beaufsichtigen.

Richter: "Das ist ein gebrochener Mann"

Es wäre möglich gewesen, die Strafe nicht zur Bewährung auszusetzen, betonte der Richter. "Aber der hat jetzt neun Monate Haft hinter sich. Aus Sicht des Gerichts ist das ein gebrochener Mann."

Erst im September 2018 hatte die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) eine Studie über sexuellen Missbrauch innerhalb der katholischen Kirche vorgestellt. Sie ergab, dass mindestens 1670 Kleriker zwischen 1946 und 2014 mindestens 3677 Jungen und Mädchen missbraucht haben. Auch im Erzbistum Bamberg wurden zahlreiche Fälle bekannt.