Flüchtiger Mörder endlich gefasst: Der vor rund einer Woche aus einer psychiatrischen Klinik in Andernach geflohene Mörder ist gefasst. Der 34-Jährige sei am Freitagmorgen gegen 4.00 Uhr im unterfränkischen Karlstein am Main (Unterfranken) nahe der Grenze zu Hessen festgenommen worden, teilte die Polizei in Koblenz mit.


Mörder gefasst: Er versteckte sich im unterfränkischen Karlstein am Main

Er sei dort einer Streifenwagenbesatzung aufgefallen und kontrolliert worden. Der 34-Jährige war am Donnerstag vergangener Woche verschwunden, als er sich alleine auf den Weg zu einer Arztpraxis begeben hatte. Er war seit 2005 im Maßregelvollzug in der Rhein-Mosel-Fachklinik in Andernach untergebracht. Der Mann hatte seinen Vater ermordet und versucht, auch seinen Bruder umzubringen.

Der Leiter der Staatsanwaltschaft Koblenz, Harald Kruse, teilte mit: "Der Untergebrachte leistete bei seiner Festnahme keine Gegenwehr. Er befindet sich mittlerweile wieder in der geschlossenen Abteilung der Fachklinik Nette-Gut." Der Sprecher des Landeskrankenhauses, Markus Wakulat, sagte: "Wir sind natürlich heilfroh, dass er wieder da ist, und danken der Polizei, dass sie ihn so schnell gefasst hat."


Klinik ging von keiner Gefahr mehr aus

Nach früheren Angaben des Landeskrankenhauses hatte der Mörder wegen Fortschritten in seiner Therapie die psychiatrische Klinik in Andernach seit Dezember 2015 alleine verlassen dürfen. Seit Juni 2016 habe er in einem externen Betrieb gearbeitet. Es sei nie zu Zwischenfällen gekommen. Die Klinik gehe von keiner Gefahr mehr aus.

Am Freitag sprach Wakulat von einem "missbrauchten Ausgang" des 34-Jährigen. "Unsere multiprofessionellen Teams werden den Vorfall mit ihm gemeinsam in den nächsten Tagen konstruktiv aufarbeiten. Die weitere Behandlung unseres Patienten fällt unter die ärztliche Schweigepflicht."
Der Maßregelvollzugspatient sei nun in einem "hermetisch eingezäunten" Klinikgelände in Weißenthurm bei Andernach. "Wir werden ihn nicht verwahren und wegschließen, sondern uns um eine konstruktive Therapie kümmern", betonte Wakulat. Entscheidungen über künftige Lockerungen seien aber wie immer nur in Absprache mit der Staatsanwaltschaft möglich.

Im Maßregelvollzug werden psychisch kranke oder suchtkranke Menschen untergebracht, die Straftaten verübt haben. Weil sie von einem Gericht aber nur als eingeschränkt oder gar nicht schuldfähig eingestuft wurden, landen sie nicht in einem Gefängnis. Ziel der Unterbringung sind die Sicherheit der Bürger und die Verbesserung des Patientenzustands. Anders als bei einer Gefängnisstrafe richtet sich die Dauer der Unterbringung beim Maßregelvollzug nach dem Behandlungserfolg. In regelmäßigen Abständen wird überprüft, ob die Maßregel noch nötig ist.