Nach einer brutalen Beziehungstat in Laupheim (Kreis Biberach) in der Nacht zum Mittwoch sind neue Details bekanntgeworden: Auslöser für die Messerattacke auf eine 17-Jährige sei gewesen, dass diese sich von ihrem 34-jährigen syrischen "Ehemann" trennen wollte, berichtet die "Schwäbische Zeitung" (Samstag). Der Syrer hatte die Frau zusammen mit deren 20 Jahre alten Bruder angegriffen und dabei mit einem Stich in den Oberkörper schwer verletzt. Das Paar soll bereits ein zehn Monate altes Kind haben, zudem soll die Frau schwanger gewesen sein.


Opfer ist außer Lebensgefahr

Nach der Messerattacke waren der 34-jähriger Syrer und der 20-jährige Libyer am Mittwochnachmittag am Bahnhof im unterfränkischen Schweinfurt festgenommen worden. Der 34-Jährige ist den Polizeiangaben zufolge "in nicht ziviler Ehe" nach islamischem Recht mit dem Opfer verheiratet. Das Opfer war am Freitagmorgen außer Lebensgefahr, der Bruder soll bereits eine Tatbeteiligung zugegeben haben. Die Polizei Ulm bestätigte am Freitag außerdem, dass es sich um eine Beziehungstat gehandelt habe, gibt zum jetzigen Zeitpunkt aber keine Details bekannt.


Plante der Bruder einen Anschlag?

Der Bruder ist laut Polizei "dem islamistischen Spektrum zuzurechnen". Am 26. Februar war er vom Amtsgericht Biberach wegen Beihilfe zur Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat und uneidlicher Falschaussage aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Laut Gericht sei die Untersuchungshaft aufgehoben worden, weil kein "dringender Tatverdacht" vorgelegen habe. Dem Libyer wird vorgeworfen, im Herbst 2016 einen Syrer aus dem Flüchtlingsheim Biberach dabei unterstützt zu haben, einen Anschlag zu planen.

Die "Bild"-Zeitung (Samstag) berichtete unterdessen, dass die junge Frau sich offenbar in einen anderen Flüchtling aus Biberach verliebt haben soll. Der Zeitung liegt dem Bericht zufolge ein etwa 15 Sekunden langes Handyvideo vor, in dem die mutmaßlichen Täter die Tat filmen und den Flüchtling mit dem Tod bedrohen.