Frachter rammt Schleusentor: Ein fast 150 Meter langes Containerschiff hat im Nord-Ostsee-Kanal ein Schleusentor in Kiel-Holtenau gerammt. Schiffe müssten auf der meist befahrenen künstlichen Wasserstraße der Welt mit Wartezeiten rechnen oder könnten den Kanal meiden und über Skagen umfahren, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag.

Verletzt wurde bei dem Unfall am Montagabend niemand. Der unter portugiesischer Flagge fahrende Frachter "Akacia" sei so schnell gewesen, dass der Bug das Tor teilweise durchbrochen habe und nun auf dem Schleusentor aufliege, teilte die Polizei in Kiel mit. Experten gingen von einem technischen Defekt aus.

In die beschädigte Bugnase des Schiffes drang Wasser ein. Es habe aber nicht die Gefahr bestanden, dass das Schiff volllaufe, betonte Matthias Visser vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau.

Am Dienstagnachmittag zog ein Schlepper den Frachter vom kaputten Tor zurück in die Schleusenkammer. Dort müssen Schiff und Schlepper voraussichtlich bis Mittwochvormittag liegen. Denn das hintere Schleusentor zum Kanal hin dürfe erst wieder geöffnet werden, wenn der Wasserstand der Förde und des Kanals gleich sei, sagte Visser. Am Mittwoch sollen Taucher die Schäden an dem Schleusentor begutachten.

Laut Polizei mussten Schiffe am Dienstag mit Wartezeiten von vier bis sechs Stunden rechnen. Durch ein Warnsystem würden Schiffe frühzeitig informiert, so dass sie ihre Fahrt drosseln konnten. "Alternativ besteht immer die Möglichkeit, den Kanal zu umfahren, kein Schiff muss also tagelang vor der Schleuse warten", erklärte Visser. Da die Nordkammer, die genauso groß wie die defekte Südkammer ist, zur Verfügung stehe, sei der Kanal funktionsfähig.