Ein Junggesellenabschied hat bei München einen größeren Polizeieinsatz ausgelöst. Vier Männer im Alter zwischen 34 und 39 Jahren wollten den Bräutigam am Dienstagmorgen (22. März 2022) von Neubiberg (Landkreis München) nach Mallorca "entführen". Die Polizei ging zunächst von einer echten Entführung aus, so die Beamten am Mittwoch (23. März 2022).

Die mit Sturmhauben maskierte Gruppe hatte dem Bräutigam mitten in Neubiberg einen Sack über den Kopf gestülpt und ihn in ein Auto gezerrt. Dabei wurden sie von einem 80-Jährigen beobachtet, der die mutmaßliche Entführung der Polizei meldete.

Polizei fahndet mit Hubschrauber - auch SEK informiert

Mit mehreren Streifen und einem Hubschrauber fahndete die Polizei nach dem Auto. Auch das SEK war alarmiert. "Bei den Beamten war der Adrenalinspiegel in der Situation sehr hoch", so ein Sprecher der Polizei. "Eine mutmaßliche Entführung und Geiselnahme ist eine der schwierigsten Situationen." Die Einsatzkräfte entdeckten das Auto schließlich auf der Autobahn Richtung Flughafen München. An der Anfahrt zum Terminal hielten die Beamten das Auto an. Laut Polizei sei vor Ort schnell klar gewesen, dass es sich um einen Scherz handelte.

Ob die Männer die Einsatzkosten im Bereich von mindestens mehreren Tausend Euro selber zahlen müssen, ist noch unklar. Ihren Flieger nach Mallorca haben die Männer laut Polizei noch erreicht. Im Gegensatz zu der Polizei hätten die Männer auf der Fahrt zum Flughafen "sicher ihren Spaß gehabt", so eine weitere Sprecherin.