Nicht nur beim Grillen, sondern auch beim Spazierengehen sind sie lästig. Vor allem im Sommer werden sie zum Schrecken vieler Menschen und hinterlassen beim einen oder anderen ihre Stiche. Die Rede ist von Wespen.

Doch die Wespen in Deutschland sind nichts gegen die Insekten, die Biologen nun im südamerikanischen Amazonas-Gebiet entdeckt haben. Diese Wespe hat nämlich einen vier Millimeter langen Stachel.
In der Fachzeitschrift ,,Zootaxa'' stellt ein internationales Team sieben neue Wespenarten der Gattung Clistopyga vor. Insgesamt hat nur eine von ihnen einen derartig ausgeprägten Stachel. Der Stachel der Schlupfwespe namens Clistopyga crassicaudata ist vier Millimeter lang, also fast halb so lang wie ihr knapp zehn Millimeter Körper.

Auch der finnische Forscher Sääksjärvi von der Universität Turku berichtet in einem Interview mit dem Nachrichtensender CNN, dass er noch nie in seiner ganzen Forschungszeit eine derartige Spezies gesehen habe.


Stachel dient auch zur Eiablagerung

Der lange Stachel der Parasitoidwespen dient nämlich nicht nur zum Töten und Betäuben, sondern auch zur Eiablagerung. Ist erst mal ein Wirt gefunden (vorzugsweise Spinnen), so sticht die Wespe ihr Opfer und injiziert die Eier. Die Wirte werden von den daraus schlüpfenden Larven der Schlupfwespe aufgefressen.

Die Länge des Stachels ist ebenfalls sehr hilfreich, um Wirte zu erreichen, die beispielsweise in Holz leben. Dies ist allerdings bislang nur eine Vermutung. Doch wie auch bei anderen Wespen, dient der Stachel ebenfalls als Waffe. Mit einem Gift lähmen sie ihre Opfer. Ob dieser Stachel noch weitere Funktionen hat, ist bislang noch ungeklärt.


Stachel als Filznadel

Bei einer europäischen Art der Clystopyga Gattung stellten Forscher fest, dass der Stachel zudem als eine Art Werkzeug dient. Wie mit einer Filznadel nähen die Wespen die Spinnennester der Wirte zu und verhindern somit ein Entkommen.

Drei Gruppen der Gattung Clystopyga waren bislang bekannt. Nun haben die Forscher durch ihre Untersuchung des Amazonas-Gebiet sieben neue Arten finden können, die sie Clistopyga isayae tauften. Neben den stacheltragenden Weibchen ist nun endlich auch eine neue Art der stacheltragenden Männchen bekannt.

Zwar mag diese Nachricht für Wespen-Feinde nicht sehr erfreulich sein, doch könnte diese Entdeckung bei der Erhaltung der gefährdeten Regenwälder helfen. Laut Sääksjärvi, ziehen genau solche aufregenden Arten mit seltsamen Angewohnheiten die Aufmerksamkeit auf die Menschen. Dies könnte die Bedeutung der Erhaltung gefährdeter Ökosysteme betonen.