Der Zoologische Stadtgarten in Karlsruhe trauert: Am Wochenende sind Ara Douglas - besser bekannt als "Rosalinda" - und Elefantenkuh Rani im hohen Alter gestorben. Die beiden Tiere starben nach Angaben der Stadt Karlsruhe am Samstag im Alter von 51 und 63 Jahren. Douglas wurde als Rosalinda durch den Auftritt im Film "Pippi in Taka-Tuka-Land" (1970) bekannt. Rani galt als einer der ältesten Elefanten Deutschlands.

Für einen Ara ein fast biblisches Alter erreicht

Mit Rosalinda und Rani habe man zwei Tiere verloren, an die sich fast alle Besucher mit Freude zurückerinnern werden, teilte der Zoo Karlsruhe am Sonntag auf seiner Facebook-Seite mit. Rosalinda starb demnach an Altersschwäche. "Auch wenn er für einen Ara ein fast biblisches Alter hatte, es hat mich doch unheimlich berührt, als er gestorben ist", erklärte Zoodirektor Matthias Reinschmidt. Die letzten zwei Stunden seines Lebens habe der menschenbezogene Vogel auf dem Arm des Papageien-Experten verbracht.

In dem Film leistete Douglas als Rosalinda Pippis Vater im Verlies Gesellschaft. Der Auftrag: Spionage. Den Vater des stärksten Mädchens der Welt sollte er aushorchen - und falls dieser das Versteck seines Schatzes ausplauderte, den Piraten Bescheid geben, die ihn gefangen genommen hatten.

Der Ara war erst 2016 nach Karlsruhe gekommen. Er sollte seinen Lebensabend eigentlich in einem Zoo in Malmö verbringen. Als der Zoo 2016 neue Vorschriften zur Haltung von Papageien nicht erfüllen konnte, drohte dem Papagei die Einschläferung. Zoodirektor Reinschmidt bot für den Hellroten Ara daraufhin ein neues Heim in der Fächerstadt an.

Elefant gehörte zum Zoo-Inventar

Rani war zu diesem Zeitpunkt bereits fast 60 Jahren in dem badischen Zoo untergebracht. Die Elefantenkuh kam am 12. Oktober 1957 als zweijähriges Jungtier als Wildfang aus Indien. Außer einiger altersbedingten Einschränkungen wie Arthrose in den Gelenken war sie laut Zootierärztin Julia Heckmann bis zuletzt bei guter Gesundheit. Am Samstagmorgen fanden Pfleger Rani dann jedoch liegend im Elefantenhaus.

Die Elefantenkuh habe nicht mehr aus eigener Kraft aufstehen können und sei mit Schwerlastkränen und Luftkissen wieder aufgerichtet worden. Die Beine des dreieinhalb Tonnen schweren Tieres hätten das Gewicht aber nicht mehr tragen können. Ranis Kreislauf versagte, bevor eine Spezialistin sie von ihrem Leiden erlösen konnte. "Sie war ganz ruhig, wir hörten noch ein letztes Schnaufen, dann konnte ich nur noch den Tod feststellen", wird Heckmann zitiert.

Trauer auch bei Facebook-Fans

Auf der Facebook-Seite des Zoos wurden die Beitrage zum Tod von Rani und Rosalinda innerhalb weniger Stunden hundertfach kommentiert. Ein Nutzerin schrieb: "Ruhe in Frieden, meine liebe Rani. Ich keine dich mein ganzes Leben und werde dich sehr vermissen!" In einem anderen Kommentar heißt es: "Zwei so tolle Tiere in so kurzer Zeit. Was für ein trauriges Wochenende für den Karlsruher Zoo."

Auch im Tiergarten Nürnberg sind im vergangenen Jahr zwei bekannte Tier verstorben: Delfin Moby wurde etwa 58 Jahre alt, Gorilla Fritz war sogar der älteste in europäischen Zoos lebende Gorilla.