Nach nur zwei Jahren ist Schluss. Google verkauft Motorola an Lenovo und versenkt damit über neun Milliarden. Wer denkt, dass sich der Internetkonzern damit einer schwächelnden Sparte entledigen will, denkt zu kurzfristig.
Mit dem Deal wird Lenovo spätestens jetzt zu einem wichtigen Smartphone-Hersteller. Dass die Chinesen gut Geräte bauen können, beweisen sie mit diversen Computer- und Notebook-Modellen. Weshalb sollten sie also nicht auch gute Handys herstellen können?

Google kontrolliert Android

Handys, auf denen natürlich das Google-eigene Betriebssystem Android läuft. Denn im Grunde geht es Google darum, Android weiterzuentwickeln, dessen Richtung selbst zu bestimmen und einen maßgeblichen Einfluss auf die Hersteller auszuüben, deren Geräte mit Android laufen. Das funktioniert nur, wenn über das Betriebssystem möglichst keine zusätzlichen Funktionen gelegt werden und wenn Updates sofort verfügbar sind. Wer beispielsweise ein Samsung-Handy hat, weiß, dass Aktualisierungen erst nach Monaten zum Installieren bereit stehen und es eine Samsung-eigene Bedienoberfläche hat, die nicht immer so flüssig reagiert wie sie sollte.

Angeblicher Deal mit Samsung

Dazu würde das im Internet diskutierte Gerücht passen, Samsung hätte Google zugesagt, Android deutlich weniger zu verändern als bisher. Google seinerseits könnte im Gegenzug auf die Herstellung eigener Hardware verzichten und sich auf das Kerngeschäft - die Entwicklung von Software - konzentrieren. Unklar bleibt, ob es die eigene Nexus-Reihe weiterführen und welche Vorteile Samsung aus dem Geschäft ziehen wird.
Sicher ist nur, dass Google auf Hersteller setzt, die den Markt beherrschen. Mit dem Kauf von Motorola ist Lenovo neben Samsung einer der ganz Großen geworden - gezielt gesteuert von Google.


Google-Chef Larry Page schreibt hier über den Motorola-Verkauf.