Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat die Ausrufung der Frühwarnstufe im Notfallplan Gas durch die Bundesregierung ein "sehr ernstes Zeichen" genannt. Söder forderte den Bund zur Sicherstellung der Energieversorgung auf und plädierte für einen eigenen Krisenstab dazu im Kanzleramt.

Außerdem rief der CSU-Chef erneut dazu auf, Atom- und Kohlekraftwerke länger laufen zu lassen als bisher geplant. Es wäre "geradezu absurd", in einer solchen Situation nun andere Energieträger abzuschalten, warnte Söder am Mittwoch (30. März 2022) am Rande einer CSU-Fraktionssitzung im Landtag in München.

Söder: Bund muss Energieversorgung sicherstellen

"Das zeigt, wie herausfordernd die Situation ist", sagte Söder über die Ausrufung der Frühwarnstufe. "Der Bund muss absolut sicherstellen, dass genügend Energieversorgung da ist, denn ansonsten drohen massive Einschnitte für die Wirtschaft." Er warnte vor einer ansonsten drohenden "Massenarbeitslosigkeit".

"Es ist die zentrale, wichtigste Aufgabe des Bundes, die Energieversorgung für das ganze Land sicherzustellen", sagte Söder. Deshalb wäre es "völlig abwegig und unvernünftig, in so einer Situation ideologisch zu sein". Man müsse angesichts der neuen Lage noch einmal alles überprüfen.

"Keiner will die Kernkraft für die Ewigkeit", betonte er. "Aber wir müssen doch alle Potenziale, die da sind, nutzen." Wenn Gefahr drohe, dass es weniger Gas oder auch Strom gebe, dann müsse man reagieren. "Bayern hat einen hohen Energiehunger, Bayern hat einen hohen Strombedarf", sagte Söder.

Die Bundesregierung bereitet sich vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine auf eine erhebliche Verschlechterung der Gasversorgung vor. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hatte am Mittwochmorgen die Frühwarnstufe des Notfallplans Gas in Kraft gesetzt. Dies diene der Vorsorge, die Versorgungssicherheit sei weiterhin gewährleistet, sagte er.

Drei Krisenstufen folgen - Schutz für Haushaltskunden

Nach dem Notfallplan gibt es drei Krisenstufen: Frühwarnstufe, Alarmstufe und Notfallstufe. Erst in der Notfallstufe greift der Staat in den Gasmarkt ein. Haushaltskunden wären dann besonders geschützt. "Es gibt aktuell keine Versorgungsengpässe", betonte Habeck.

Mehr zum Thema: