Die Veränderungen im Infektionsschutzgesetz wirken sich auch auf den Unterricht an Bayerns Schulen aus. Viele Eltern hatten sich daran gewöhnt, jeweils am Freitag zu erfahren, wie der Unterricht in ihrem Kreis in der Woche des folgenden Montags läuft. Das ist nun nicht mehr möglich: Künftig sollten Eltern täglich die Inzidenzwerte in ihrem Stadt- oder Landkreis im Auge behalten.

Denn die zeitliche Grundlage, auf deren Basis über Wechsel-, Distanz- und Präsenz-Unterricht entschieden wird, hat sich geändert. Verschärfungen treten schon dann in Kraft, wenn ein Schwellenwert an drei aufeinanderfolgenden Tagen überschritten wird. Mögliche Verschärfungen gelten dann ab dem übernächsten Tag.

Unterricht in Bayern: So wird über Präsenz- und Distanzunterricht entschieden

"Überschreitet ein Landkreis oder eine kreisfreie Stadt den jeweiligen Schwellenwert an drei aufeinander folgenden Tagen, treten die entsprechenden Maßnahmen ab dem übernächsten Tag in Kraft", heißt es in der gesetzlichen Regelung. Das bedeutet: Würde ein Kreis am Montag, Dienstag und Mittwoch den Schwellenwert von 100 überschreiten, würde ab Freitag Distanzunterricht gelten. Ausgenommen wären nur Abschlussklassen, die Jahrgangsstufe 11 an Gymnasien und Fachoberschulen und die Jahrgangsstufe 4 an Grundschulen.

Anders ist es ist bei Lockerungen: Dort muss ein Kreis einen Schwellenwert an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unterschreiten, damit Lockerungen ab dem übernächsten Tag gelten. Ein Beispiel: Liegt ein Kreis am Donnerstag, Freitag, Samstag, Sonntag und Montag unter einer Inzidenz von 100, gilt ab Mittwoch Präsenzunterricht mit Mindestabstand bzw. Wechselunterricht für alle Jahrgangsstufen.

An der von der Bundes-Notbremse abweichenden Inzidenz von 100, ab der Bayern Regeln an Schulen verschärft, hat sich derweil nichts geändert. Bayerns Innenminister Markus Söder erklärte erst in dieser Woche, wie es mit den Schulen weitergeht.