Fußballer gelten als harte Jungs - wer sich da als schwul outet, hat - wie frühere Fälle zeigen - meist keinen leichten Stand. Mit den angeblich noch immer weit verbreiteten Vorurteilen gegenüber schwulen und lesbischen Sportlern versucht nun eine Ausstellung in Nürnberg aufzuräumen. Unter dem Motto "Gegen die Regeln - Lesben und Schwule im Sport" setzt sich die von diesem Freitag (15. Juni) an gezeigte Schau mit gängigen Tabus auseinander - pünktlich zur laufenden Fußball-Europameisterschaft.

Zum Beispiel werden auf 37 gezeigten Ausstellungsfahnen berühmte schwule und lesbische Sportler porträtiert - mitsamt ihren Problemen, von Sportkameraden, Funktionären und Medien als vollwertige Sportler akzeptiert zu werden. Ausrichter der Ausstellung sind unter anderen der evangelischen Kirche Nürnberg, der schwul-lesbische Nürnberger Sportverein "Rosa Panther" und die Akademie für Fußball-Kultur.

"So wie Homsexualität Teil der Gesellschaft ist, gehören Homosexuelle auch zum Sport", betonte die Dekanatsbeauftragte für Homosexuelle & Kirche, Silvia Jühne, am Montag bei der Vorstellung der Schau. "Es wird sich im Umgang sowohl mit Schwulen als auch mit schwulen Sportlern nichts ändern, wenn wir uns nicht aktiv mit unseren eigenen Vorurteilen auseinander setzen", betonte die Protestantin.


Hoffnung auf Akzeptanz



Der stellvertretende Leiter der Fußball-Abteilung bei den "Rosa Panthern" Nürnberg, Ottmar Scholl, verbindet mit Ausstellung und der damit verbundenen Veranstaltungsreihe gleich ein doppeltes Anliegen: Zum einen hofft er auf eine größere Akzeptanz des schwul-lesbischen Sportvereins bei Schwulen selbst - und in der Gesellschaft. "Wir sind mit rund 200 Mitgliedern relativ klein." Es sollten sich mehr Schwule trauen, da Mitglied zu werden, hofft er.

Zum anderen strebt er in Sportvereinen generell mehr Toleranz gegenüber homosexuellen Mitgliedern an. Wie schwierig es da Schwule hätten, wisse er aus eigener Erfahrung. Selbst wenn Homosexuelle nicht offen diskriminiert würden, sie hätten es schwerer als ihre heterosexuelle Sportkameraden. "Da muss Du als Schwuler eine Schippe mehr drauf legen, um Akzeptanz zu bekommen", berichtet Scholl.

Zu dem Veranstaltungsprogramm der bis zum 5. August dauernden Ausstellung gehören neben einem Fotowettbewerb auch ein Filmabend, ein spezieller Gottesdienst und ein Fußballturnier. dpa