Am frühen Sonntagmorgen wurde die Leiche eines 14-jährigen Mädchens in einer Münchner Wohnung gefunden: Da ihr Körper Spuren von Gewalt aufwies, halten die Ermittler ein Tötungsdelikt für wahrscheinlich. Ein Freund des Mädchens steht nun im Verdacht, sie umgebracht zu haben. "Wir gehen davon aus, dass sie sich vorher kannten", sagte ein Polizeisprecher zum Verhältnis zwischen Opfer und Täter. Der Jugendliche war zeitweise auf der Flucht, die Polizei konnte den 17-Jährigen aber am Montagvormittag (25. Oktober 2021) festnehmen. Nun gaben die Ermittler Details zur Tatnacht bekannt.

Update vom 25. Oktober 2021, 15.15 Uhr: Details zum Mordabend

Nachdem bekannt geworden war, dass die getötete 14-Jährige an einem Stich in die Brust starb, teilte die Münchner Staatsanwaltschaft bei einer Pressekonferenz weitere Einzelheiten zum Ablauf der Tat mit: Demnach vermuten die Ermittler, dass das Mädchen im Schlaf umgebracht wurde.  "Wir gehen von einem vorsätzlichen Tötungsdelikt aus und von dem Mordmerkmal der Heimtücke", sagte die Sprecherin der Behörde, Juliane Grotz. Das Mädchen sei zum Tatzeitpunkt arg- und wehrlos gewesen, die Todesursache war ein einziger Stich in die Brust. Die Tat habe sich zwischen 4 und 6 Uhr morgens ereignet.

Als der 17-jährige Verdächtige am Montagmorgen gegen 8 Uhr am Gleis 6 des Münchner S-Bahnhofs Pasing von der Polizei festgenommen wurde, habe er keinen Widerstand geleistet. Zwei Freundinnen des Jugendlichen hatten ihn am Bahngleis entdeckt und Sicherheitsleute der Bahn informiert. Laut Polizeiangaben seien er und das Mordopfer bereits seit mehreren Monaten miteinander befreundet gewesen, zudem habe er regelmäßig in der Wohnung der Familie übernachtet. Dies sei auch in der Tatnacht der Fall gewesen: Die Schülerin und der 17-Jährige seien am Samstagabend gemeinsam in ihr Zimmer gegangen. Die Mutter des Mädchens fand ihre Tochter am nächsten Morgen leblos im Bett, doch der 17-Jährige war verschwunden. Um 7.40 Uhr setzte die Mutter einen Notruf bei der Polizei ab.

Wieso sich der Jugendliche am S-Bahnhof befand und wo er sich in den 24 Stunden davor aufhielt, sei unklar, sagt Kripo-Chef Stephan Beer. Er habe apathisch gewirkt. Sprecherin Juliane Grotz sagte zudem, dass es Hinweise auf psychische Auffälligkeiten bei dem 17-Jährigen gebe. Die Polizei fand bei ihm zwei Messer. Ob auch die Tatwaffe darunter sei und woher er die Messer hatte, müsse noch untersucht werden. Falls es einen Prozess gegen den 17-Jährigen geben wird, wird dieser vor einem Jugendgericht verhandelt und Jugendstrafrecht angewandt. Die Höchststrafe würde zehn Jahre betragen.

Update vom 25. Oktober, 14 Uhr: Todesursache festgestellt

Das getötete Mädchen ist laut Informationen der Ermittler an einem Stich in die Brust verstorben. Die Polizei hatte den tatverdächtigen 17-Jährigen im Laufe der Fahndung am Pasinger Bahnhof in München gefasst. Er soll noch im Laufe des Montags dem Haftrichter vorgeführt werden, teilt das Präsidium mit.

Update vom 25. Oktober 2021, 12 Uhr: Mutmaßlicher Täter gefasst

Der mutmaßliche Mörder der 14-Jährigen konnte mittlerweile festgenommen werden, wie die Münchner Polizei mitteilt.  Der 17-Jährige wurde von den Einsatzkräften der Bundespolizei am Montagvormittag festgenommen, bestätigt die Münchner Polizei. Ersten Angaben zufolge handelt es sich bei dem mutmaßlichen Täter um einen Freund der 14-Jähringen. Weitere Details zur Festnahme sollen bei einer Pressekonferenz um 13.30 Uhr veröffentlicht werden.

Nach bisherigen Erkenntnissen kam das Mädchen in der Nacht von Samstag auf Sonntag ums Leben. Bei der darauffolgenden, groß angelegten Fahndung konnten die Ermittler zahlreiche Spuren sichern, durchkämmten die Gegend rund um den Tatort und setzten auch einen Polizeihubschrauber ein. Zu den genauen Umständen und zum Ort der Festnahme des 17-Jährigen gibt es bisher keine Angaben.

Update vom 25. Oktober 2021, 8.30 Uhr: Suche nach 17-Jährigem geht weiter

Nach dem gewaltsamen Tod einer 14-Jährigen in München sucht die Polizei weiter nach einem 17 Jahre alten Verdächtigen. Allerdings beschränkten sich die Ermittlungen nicht nur auf den Jugendlichen, es werde in alle Richtungen ermittelt, sagte eine Polizeisprecherin am Montag. Die Hintergründe der Tat waren zunächst weiter unklar.

Die Polizei machte auch keine Angaben dazu, warum der 17-Jährige als verdächtig gilt. Die Beamten waren am Sonntagmorgen zu einem Haus im Münchner Stadtbezirk Bogenhausen gerufen worden, wo die Schülerin gefunden wurde. Rettungskräfte hätten noch vergeblich versucht, das Mädchen zu reanimieren. Die Leiche des Mädchens soll obduziert werden.