Repräsentieren statt studieren: Klara Zehnder ist die neue fränkische Weinkönigin. Die 22-Jährige aus Randersacker (Landkreis Würzburg) überzeugte bei der Wahl am Freitag in Würzburg mit einem mitgebrachten Wein aus ihrem Heimatort sowie ihren Antworten auf Fragen zum Weinbau und zu ihrem Leben. Die junge Frau studiert Romanistik an der Universität Würzburg, reist gerne und mag Sprachen.

Beides kommt ihr für die neue Aufgabe zugute: Die fränkische Weinkönigin erwarten im kommenden Jahr etwa 400 offizielle Termine im In- und Ausland. Das Studium wird solange pausieren müssen. Einen ersten Termin kündigte der Bürgermeister ihrer Heimatgemeinde bereits direkt nach der Wahl an: Für Samstag seien Empfang, Umzug und Feier geplant.

Bei ihrer Vorstellung hatte Zehnder unter anderem humorvoll von ihrer Zeit als Weinprinzessin in Randersacker erzählt. So sei sie etwa bei einem Besuch in Frankreich Teil einer Weinbruderschaft geworden. Aufnahmeritual: Ein Glas Wein schnellstmöglich leeren. "Danach habe ich noch irgendetwas geschworen", erzählte Zehnder - das habe sie aber gar nicht richtig verstanden.

Zehnder setzte sich letztlich gegen fünf weitere Kandidatinnen aus Mittel- und Unterfranken durch. Die Entscheidung brachte eine Stichwahl, in der sie die absolute Mehrheit der Stimmen der Jury aus etwa 160 Vertretern von Weinwirtschaft, Politik und Medien erhielt. Sie ist damit die 63. fränkische Weinkönigin. Die Wahl hatte es 1950 erstmals gegeben, mehrere Königinnen amtierten zwei Jahre lang. Im Herbst kann Zehnder zudem Deutsche Weinkönigin werden - ein Titel, den acht ihrer Vorgängerinnen trugen.