Alles im Leben hat seine Grenze. Der Tod ist eine solche. Dass sich schon in meiner Generation, den sogenannten Digital Natives, ein Großteil des Lebens im Netz abspielt, ist keine Neuigkeit mehr. Dass unser digitales Ich aber selbst nach unserem Ableben bleiben soll, geht mir zu weit.

Es gibt Firmen, die sich auf das digitale Leben nach dem Tod spezialisiert haben. Start-Ups wie Luka aus den USA erschaffen bereits mittels intelligenter Software einen virtuellen Wiedergänger, mit dem die Hinterbliebenen in Kontakt bleiben können. Es sollen sogar Chats in Echtzeit möglich sein.

So tröstend der Gedanke sein mag, einen geliebten Menschen für immer an seiner Seite zu wissen, sollten wir nicht vergessen: Kein technischer Algorithmus wird es schaffen, die Seele einer Person in all ihrer Komplexität zu ersetzen. Täuschend echt nachahmen vielleicht. Wenn es aber nach mir ginge, kann mein Ich lieber in Ruhe gehen, statt als chattender Bot durch künftige Generationen zu geistern. Jedoch geht es nicht nach mir: Die Überlebenden sollten das Recht haben, dies selbst zu entscheiden.