Hilpoltstein
Tiere

Bayern ist das neue Afrika: Störche überwintern vermehrt in der Heimat - Sind sie zu faul zum Fliegen?

Störche werden immer fauler: Um der langen Flugreise in den Süden zu entgehen, bleiben immer mehr Störche in Bayern. Begünstigt auch durch den Klimawandel lässt sich für die Tiere in den milden Wintern genug Nahrung finden.
Die Störche in Bayern werden zugfaul und bleiben deshalb in der Heimat anstatt im Winter in den Süden zu fliegen. Symbolfoto: Daniel Bockwoldt/dpa

Immer mehr Weißstörche bleiben zum Überwintern in Bayern. Die Zahl der Tiere, die nicht mehr nach Afrika und nicht mal mehr nach Spanien ziehen, nimmt zu, wie der Landesbund für Vogelschutz (LBV) am Mittwoch in Hilpoltstein mitteilte. Neben den seit Jahren bekannten bayerischen Winterstörchen würden aktuell neue "Daheimbleiber" gemeldet. Die zunehmende "Zugfaulheit" werde von den Auswirkungen des Klimawandels begünstigt, sei aber auch dadurch bedingt, dass sich Weißstörche das Überwinterungsverhalten voneinander abschauten.

Dauerheimat Bayern: Milde Winter machen es möglich

Der bisher milde Winter wirke sich auf die Weißstörche aus, die das offenbar spürten und sich deshalb den Abflug ins Winterquartier sparten, hieß es. Ihr Verhalten lasse jedoch keine Rückschlüsse auf mögliche Klimaveränderungen zu. Die ersten Überwinterer seien ausgewilderte Weißstörche aus Wiederansiedlungsprojekten gewesen, von denen sich einige mit Wildstörchen gepaart und so ihr Überwinterungsverhalten an diese weitergegeben hätten.

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Die in Bayern überwinternden Störche finden laut LBV genug Nahrung wie Mäuse und kleine Fische. Ähnlich wie in ihren sonstigen Winterquartieren suchten sie auch in Bayern ihr Futter unter anderem auf Komposthaufen. Gegen Minusgrade schütze sie ihr dichtes Federkleid.