Dank des Herbstaufschwungs ist die Zahl der Arbeitslosen in Bayern im Oktober gesunken. 242.494 Menschen waren im Freistaat arbeitslos gemeldet, das sind 11.070 weniger als im September. In den Zahlen zeige sich eine leichte konjunkturelle Belebung, sagte Ralf Holtzwart, Chef der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, am Mittwoch in Nürnberg. "Von der guten Entwicklung profitieren insbesondere die jungen Menschen."
Die Arbeitslosenquote liegt bei 3,5 Prozent und damit um 0,1 Punkte niedriger als im Vormonat. Allerdings waren 11.026 mehr Menschen ohne Job als noch im Oktober 2012. Damals lag die Arbeitslosenquote bei 3,4 Prozent.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften steige in Bayern, registrierte die neue Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU). "Dies unterstreicht die positive Grundstimmung der Unternehmer im Freistaat und ihre optimistischen Erwartungen für 2014." Die Unternehmer glauben, dass sich die Arbeitslosenquote weiter senken lässt: "Bei wirtschaftsfreundlichen Rahmenbedingungen halte ich mittelfristig in Bayern eine Zwei vor dem Komma für machbar", sagte der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, Bertram Brossardt.

Das Wirtschaftswachstum werde deutlich zulegen, prognostizierte Arbeitsministerin Emilia Müller (CSU). Ihr sei es wichtig, die Bedingungen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber in Bayern gleichermaßen gut zu gestalten. "Wir müssen die berechtigten Interessen beider Seiten austarieren für das übergeordnete Ziel: Beschäftigungssicherung zu fairen und gleichzeitig konkurrenzfähigen Konditionen."

Die SPD im Landtag nahm vor allem die Langzeitarbeitslosigkeit in den Blick: Der Anteil an Langzeitarbeitslosen sei "nach wie vor zu hoch und starr", teilte Fraktionschef Markus Rinderspacher mit. Die bayerische Arbeitsmarktpolitik müsse die Qualifizierung dieser Menschen energischer anpacken. Zudem wollen sich die Sozialdemokraten für ein Gesetz stark machen, wonach bei öffentlicher Auftragsvergabe nur Unternehmen zum Zug kommen, die einen Mindestlohn von 8,50 Euro zahlen. "Die CSU kann sich nun nicht mehr hinter der FDP verstecken. Lohndumping darf in Bayern kein staatlich legitimiertes Geschäftsmodell bleiben." dpa