Im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes haben am Dienstag auch in Bayern Warnstreiks begonnen. Die Gewerkschaft Verdi hat rund 5000 Beschäftigte in mehr als 50 bayerischen Städten aufgerufen, sich zu beteiligen. Den Auftakt am Dienstag bildeten Warnstreiks und kleinere Aktionen unter anderem in Augsburg, Garmisch-Partenkirchen und anderen oberbayerischen Städten, in Hof sowie in der Oberpfalz, wie ein Sprecher sagte.

In Peißenberg etwa blieb nach Angaben der Gewerkschaft Verdi der Bauhof komplett geschlossen. In Penzberg und Schongau waren Kitas betroffen - es hätten aber keine Einrichtungen schließen müssen. Gut 50 Beschäftigte versammelten sich zu einer Kundgebung in Schongau.

"Diese Woche wird im Zeichen der Warnstreiks stehen. Der Hauptstreiktag wird dabei der Donnerstag sein", kündigte Norbert Flach, stellvertretender Landesbezirksleiter von Verdi Bayern, in der Mitteilung an.

Verdi fordert für die rund 2,14 Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes des Bundes und der Kommunen sechs Prozent mehr Geld und eine Anhebung der Ausbildungsvergütung um 100 Euro pro Monat. Zudem will die Gewerkschaft die sachgrundlose Befristung von Arbeitsverträgen abschaffen. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrages soll zwölf Monate betragen. Die Arbeitgeber haben inzwischen drei Prozent mehr Lohn und Gehalt für zwei Jahre geboten, was die Gewerkschaften empört ablehnten.Die dritte Verhandlungsrunde ist am 28. und 29. April.

Von den Warnstreiks betroffen sein können nach Auskunft von Norbert Flach alle Bereiche des öffentlichen Dienstes: Bauhöfe, Stadtwerke, Verwaltungen, Wasser- und Schifffahrtsverwaltungen des Bundes, Bundeswehr, Krankenhäuser, Kitas, Stadtreinigung, Müllabfuhren, Gärtnereien, Friedhöfe und Sparkassen. Bei insgesamt 19 Klinik-Trägern soll es Proteste geben. Wo nötig seien aber Notdienstvereinbarungen getroffen worden, betonte Flach.


Am Donnerstag Warnstreiks im Großraum Nürnberg - Kundgebungen in Schweinfurt und Nürnberg

Am Hauptstreiktag Donnerstag wird dann unter anderem der Großraum Nürnberg betroffen sein: In Nürnberg, Fürth und Erlangen soll es Warnstreiks beispielsweise in Kliniken und Kitas geben. Möglicherweise müsse die eine oder andere Kita schließen, hieß es - doch auch dort seien Notdienstvereinbarungen geschlossen worden. Größere Kundgebungen für Donnerstag sind unter anderem in Schweinfurt und Nürnberg geplant.

Wie die Stadt Nürnberg mitteilte, können die Warnstreiks am Donnerstag auch die Stadtverwaltung beeinträchtigen. So sei mit Einschränkungen bei Behördenbesuchen in der Stadtverwaltung sowie bei der Kinderbetreuung in den städtischen Kitas zu rechnen. "Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, verschiebbare Ämtergänge auf einen anderen Tag zu verlegen oder sich kurzfristig im Internet auf der Website der jeweiligen Dienststelle zu informieren", heißt es aus dem Nürnberger Rathaus. mit dpa