Kindergärtner, Krankenpfleger, Gemeindemitarbeiter: Beschäftigte des öffentlichen Dienstes in Bayern sind an diesem Donnerstag (8. März) zu Warnstreiks aufgerufen. Hintergrund ist der aktuelle Tarifkonflikt: Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi fordert 6,5 Prozent mehr Geld für die bundesweit rund zwei Millionen Beschäftigten des Bundes und der Kommunen - mindestens aber ein Plus von 200 Euro im Monat. Landesweit rechnet Verdi mit rund 10.000 Streikenden.

"Man muss die Menschen auch einmal für gute Arbeit belohnen", sagte Verdi-Sprecher Hans Sterr am Mittwoch in München. Vom Warnstreik betroffen sein werden zum Beispiel Krankenhäuser, Kindergärten, Gemeindeverwaltungen, Sparkassen, Bibliotheken und Flughäfen. In Bayern sind Sterrs Angaben zufolge etwa 360 000 Menschen im öffentlichen Dienst beschäftigt. Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft ruft ihre Mitglieder zum Streik auf. Damit könnten auch Schulen betroffen sein.

Die Arbeitgeber haben noch kein Angebot vorgelegt. "Die Forderungen sind nicht verhandelbar", sagte der Geschäftsführer des Kommunalen Arbeitgeberverbandes, Armin Augat. "Man kann sich nicht auf die Wirtschaft beziehen." Schließlich belasteten Gehaltserhöhungen beim öffentlichen Dienst die Steuerzahler. "Das ist unverantwortlich."

Auch der Nürnberger Stadtkämmerer Harald Riedel lehnt die Verdi-Forderung entschieden ab. "6,5 Prozent - das ist eine enorme Belastung für den städtischen Haushalt", sagte er. "In dieser Größenordnung würde uns das hart treffen." Allein auf die Stadt Nürnberg käme damit eine jährliche finanzielle Zusatzbelastung von rund 15 Millionen Euro zu. Die Folge seien neue Schulden.

Der stellvertretende Verdi-Landeschef Norbert Flach verteidigte indes die Tarifforderungen. Die Löhne der Beschäftigten seien im Durchschnitt niedriger als bei Privatunternehmen, sagte er. Die Bezahlung sei zum Teil nicht mehr konkurrenzfähig. Dabei verzeichne der öffentliche Dienst einen Produktivitätszuwachs. "Die gleiche Arbeit wird heute von wesentlich weniger Leuten geleistet." Anlässlich des Internationalen Frauentags an diesem Donnerstag machen auch die Frauen bei Verdi auf ihre Forderungen aufmerksam - und unterstützen den Warnstreik.