Verkehrsminister Joachim Herrmann (CSU) will Kinder, Fußgänger, Radfahrer und Motorradfahrer im Verkehr besser schützen. Diese Gruppen seien besonders gefährdet, sagte Herrmann am Montag auf der fünften Verkehrssicherheitskonferenz in München. Geschwindigkeits- und Alkoholkontrollen sollten dazu verstärkt werden. Mancherorts werden auch die Bagger anrücken: So sollen Kreuzungen in den kommenden Jahren etwa durch Verkehrsinseln übersichtlicher gestaltet werden.

Herrmann zeigte sich zuversichtlich, die Zahl der Verkehrstoten dadurch bis zum Jahr 2020 von zuletzt 614 auf unter 550 reduzieren zu können. Die Zahl ist seit Jahren rückläufig und seit 2011 um ein Fünftel gesunken.

Doch davon profitieren nicht alle Verkehrsteilnehmer gleichermaßen: Die Zahl der verunglückten Radfahrer ist in Bayern seit 2011 um rund 1000 auf gut 14 100 gestiegen. Der Landesvorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), Armin Falkenhain, kritisierte diese Entwicklung: "Die Zunahme der Radunfälle ist ernüchternd." Vor allem ältere Radfahrer seien besonders oft in Unfälle verwickelt. Grund dafür seien etwa uneinsehbare Kreuzungen in vielen Kommunen.

Die Polizei hat zudem angesichts steigender Unfallzahlen Lastwagenfahrer als potenzielles Risiko ausgemacht, wie Thomas Hampel von der bayerischen Polizei berichtete. Dem wollen die Beamten mit mehr Kontrollen, technischen Neuerungen wie digitalen Abstandsmessanlagen sowie Präventionsmaßnahmen entgegenwirken. Damit die Fahrer ihre Ruhezeiten einhalten können, habe der Freistaat seit 2012 rund 32 Millionen Euro in den Bau von Rastanlagen investiert, erläuterte Herrmann.