- neun Menschen wurden am Freitag im OEZ in München erschossen, fünf Todesopfer sind laut Polizei Jugendliche
- 21 Menschen wurden verletzt
- Die Polizei geht mittlerweile von einem Täter aus: Ein 18-Jähriger mit deutschem und iranischen Pass. Er hat sich selbst erschossen. Die Ermittkler sprechen von einer Amoktat. Es gibt keine Hinweise auf den IS.
- Telefonnummer der zentralen Auskunfts- und Vermisstenstelle für Angehörige: 0800 7766350

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Anschlag in München - neun Tote bei Schießerei in OEZ

Großeinsatz im Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) in München: Am Freitag ist es zu einer Schießerei gekommen.Wie die Polizei bestätigte, sind neun Menschen getötet worden. Die Polizei spricht von akuter Terrorlage. 2300 Sicherheitskräfte sind im Einsatz. Busse und Bahnen stellen den Betrieb ein. München ist im Ausnahmezustand. Über Stunden ist unklar: Wie viele Täter gibt es und wo sind sie? Die Entwarnung kommt in der Nacht: Die Polizei geht davon aus, dass der mutmaßliche Schütze, ein 18-jähriger Deutsch-Iraner, allein gehandelt hat. Er hat sich selbst getötet.

Am frühen Samstagmorgen tritt Münchens Polizeipräsident Hubertus Andrä vor die Presse. Die Ermittler sind überzeugt: Der 18-Jährige feuert die ersten Schüsse am frühen Abend in einem Schnellrestaurant ab, anschließend schiesst er an dem Einkaufszentrum aus seiner Pistole und ergreift die Flucht.

Von weiteren Tätern geht die Polizei inzwischen nicht mehr aus. Am Freitagabend wurde zeitweise nach drei möglichen Tätern mit Gewehren gefahndet. Weiter ungeklärt sind am Samstagmorgen die Hintergründe der Bluttat und das Motiv. War es ein Terrorakt oder ein Amoklauf? Polizeipräsident Andrä sagt: "Wir gehen momentan von einer Schießerei aus." Bis in die frühen Morgenstunden gibt es keine Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund.

Es gibt in der Nacht noch nicht viele Informationen zum mutmaßlichen Täter. Der Deutsch-Iraner soll zuletzt mehrere Jahre in der bayerischen Landeshauptstadt gelebt haben. Der Polizei war er bislang noch nicht aufgefallen. Sie geht aber davon aus, dass es sich bei einem Mann, der auf einem im Internet kursierenden Video auf einem Parkdeck zu sehen ist, um den Täter handeln könnte. Polizeipräsident Andrä ruft die Bevölkerung noch einmal auf, den Ermittlern mögliche weitere Handy-Videos vom Tatort zur Verfügung zu stellen. Dies helfe dabei, den Ablauf der Tat zu klären.


Schießerei im OEZ in München - akute Terrorlage

Die Landeshauptstadt München hat am Freitagabend den "Sonderfall" wegen einer "Amoklage" ausgerufen. Die Bürger wurden über das Smartphone-Warnsystem Katwarn aufgefordert, ihre Wohnungen nicht zu verlassen. "Zu Ihrer Sicherheit Plätze & Straßen meiden; Täter flüchtig; Bahn & Busverkehr eingestellt; Radio und Fernseher einschalten", hieß es in der Mitteilung des behördlichen Warnsystems.

Die Schießerei in München hat nach Angaben der Polizei bei einem Schnellrestaurant im Olympia-Einkaufszentrum begonnen. Es sei um 17.52 Uhr losgegangen, sagte Thomas Baumann, stellvertretender Sprecher des Polizeipräsidiums. In einem Video ist zu sehen, wie ein Mann das Schnellrestaurant verlässt und beginnt, auf Passanten zu schießen.


Eine Augenzeugin hat die Panik unmittelbar nach den Schüssen in München beobachtet. "Wir waren gerade bei McDonald's essen", erzählte die junge Frau. "Dann ist Panik ausgebrochen." Mitarbeiter seien rausgerannt, Gäste hinterher, berichtet sie in einem Video, das BR24 auf Twitter veröffentlicht hat. "Kinder haben geheult, sind panisch rausgerannt, und man hat drei Schüsse gehört." Wer geschossen hat, konnte sie allerdings nicht beobachten. "Soweit ich gehört habe, war das im Obergeschoss... wir waren unten."
 
Vermutlich einer der Angreifer liefert sich in einem anderen Video, das auf Twitter kursiert, ein Wortgefecht mit einem Anwohner und ruft laut: "Ich bin Deutscher!"

Mehrere Fehlalarme und Gerüchte im Internet sorgten für zusätzliche Angst auf den Straßen. Unklar war anfangs, ob es in der Innenstadt eine weitere Attacke gab. Auch dort rückten schwer bewaffnete Polizisten aus, nachdem Menschen schreiend und in Panik geflohen waren. Ein Polizeisprecher sagte später, zahlreiche Hinweise per Notruf über Schusswechsel an anderen Stellen der Stadt hätten sich nicht bestätigt.

Die Polizei hat die Nummer der zentralen Auskunfts- und Vermisstenstelle für Angehörige bekanntgegeben: Sie können sich unter 0800 7766350 melden.


Schießerei in München: Polizei warnte Bevölkerung

Die Polizei München warnt die Bewohner der Stadt: "+++ACHTUNG+++ Meiden Sie die Umgebung um das #OEZ - Bleiben Sie in Ihren Wohnungen. Verlassen Sie die Straße!+++" Öffentliche Plätze sollen gemieden werden. Der komplette U-Bahn- und Straßenbahnverkehr in München ist eingestellt worden, Taxis wurden gebeten, niemanden mehr zu befördern. Die Autobahnen rund um München werden geräumt. Gasthäuser und Diskotheken in München bleiben geschlossen. Das Tollwood-Festival wurde abgebrochen, das Gelände wurde evakuiert.

Der Bayerische Landtag hat seine Tore geöffnet: Wer noch keinen Unterschlupf gefunden hat, kann hier Zuflucht finden.

In München befanden sich auch eine Reihe von Brauern aus Bamberg. Eigentlich wollte man am Odeonsplatz 500 Jahre Reinheitsgebot feiern. Sie hätten sich im Finanzministerium in Sicherheit gebracht, so ein Zeuge.


Nach Anschlag in München: Polizei in Alarmbereitschaft

Tschechien hat die Polizeistreifen an der Grenze zu Deutschland verstärkt, falls die Täter in Richtung Tschechien flüchten sollten. Die Polizei in anderen deutschen Bundesländern wurde in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt.

Facebook hat den Safety-Checkaktiviert, auf Twitter senden Menschen unter den Hashtag #OffeneTür Möglichkeiten, Unterschlupf zu bieten. Viele Menschen nutzen diese Gelegenheit, um ihre Wohnung als temporäre Unterkunft anzubieten. Auch die Münchener Moscheen haben verkündet, die ganze Nacht über für alle Menschen geöffnet zu bleiben, die Zuflucht suchen. Die Deutsche Bahn hat nach der Sperrung des Hauptbahnhofs Übernachtungszüge bereitgestellt. Auch Hotels haben ihre Pforten geöffnet.


Anschlag in München - eine Chronologie

7.52 Uhr: Der Alarm vom Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) im Norden der Stadt geht bei der Polizei ein. Die ersten Schüsse fallen bei einem Schnellrestaurant. Von diesem Zeitpunkt an sind überall in München Polizeisirenen zu hören.
18.33 Uhr: Die Polizei bestätigt: Im OEZ hat es eine Schießerei gegeben. Ob Menschen verletzt oder getötet wurden, ist zunächst unklar. "Es ist wohl etwas Größeres", sagt eine Sprecherin.
18.35 Uhr: Die Polizei twittert: "Im Moment haben wir einen großen Polizeieinsatz am OEZ. Bitte meiden Sie den Bereich um das Einkaufszentrum." Personen rund um das OEZ senden über den Internetdienst Periscope Live-Videos vom Polizeieinsatz.
18.43 Uhr: Es wird klar, dass es Verletzte und möglicherweise auch Tote gegeben hat.
19.05 Uhr: Die Warnung der Polizei an die Bevölkerung geht über Twitter raus: "+++ACHTUNG+++ Meiden Sie die Umgebung um das #OEZ - Bleiben Sie in Ihren Wohnungen. Verlassen Sie die Straße!+++"
19.13 Uhr: Die Polizei hält die Menschen per Twitter auf dem Laufenden. "Lage am #OEZ mit #Schießerei ist aktuell noch unübersichtlich. Es gab mehrere Verletzte."
19.17 Uhr: Die Polizei muss die Warnung ausweiten - vom OEZ auf alle öffentlichen Plätze. "Meiden Sie öffentliche Plätze in #München. Die Lage ist noch unübersichtlich."
19.20 Uhr: Die Polizei weiß nicht, ob sie es mit einem Täter oder mehreren zu tun hat.
gegen 19.30 Uhr: Ein Internetvideo taucht auf. Es zeigt einen Menschen, der aus einem Fast-Food-Restaurant offensichtlich in München kommt und mit einer Handfeuerwaffe wahllos auf Menschen schießt. Die Quelle dieses Videos, das auf Twitter veröffentlicht wurde, ist zunächst unklar.
19.33 Uhr: Nun gibt es auch in der Innenstadt einen Großeinsatz der Polizei. Zahlreiche Menschen laufen aus der Fußgängerzone zum Karlsplatz (Stachus). Leute schreien und brechen in Tränen aus. Zahlreiche schwer bewaffnete Polizisten sind vor Ort. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) ist auf dem Weg in die Landeshauptstadt.
19.37 Uhr: Die Polizei appelliert an Internetnutzer: "Bitte keine Fotos/Filme von polizeilichen Maßnahmen online stellen. Unterstützt nicht die Täter!"
19.41 Uhr: Die Sicherheitskräfte lassen Menschen in der Innenstadt nicht mehr zum Marienplatz und Odeonsplatz. Am Stachus laufen allerdings viele Passanten herum. Gerüchte machen sich breit über angebliche weitere Schießereien. Die Polizei reagiert auf Twitter: "Gerüchte um eine #Schießerei in der City bekannt. Die Lage ist noch unklar! Bitte meidet öffentliche Plätze sowie U/SBahn" - Dann stellt die Polizei klar, dass es am Stachus in der Innenstadt einen Fehlalarm gegeben hat.
19.42 Uhr: Der U-Bahn-Verkehr in der Innenstadt ist eingestellt.
19.47 Uhr: "Wir wissen derzeit nicht wo sich die Täter befinden.Passt auf Euch auf und meidet nach wie vor die Öffentlichkeit" - In den Minuten danach informiert die Polizei auch auf Englisch.
20.01 Uhr: Es fahren keine Trambahnen, U-Bahnen und Busse mehr. Der Nahverkehr ist auf Anweisung der Polizei eingestellt worden.
20.10 Uhr: Der Hauptbahnhof wird evakuiert - wegen eines Polizeieinsatzes, teilt die Deutsche Bahn mit. Auch der Zugverkehr ist jetzt eingestellt.
20.11 Uhr: Die Münchner Polizei geht davon aus, dass es am Olympia-Einkaufszentrum drei Attentäter gegeben habe. "Zeugen melden drei verschiedene Personen mit Schusswaffen", schreibt die Polizei auf Facebook. Trotz hohen Fahndungsdrucks hätten noch keine Täter festgenommen werden können. Über die Anzahl von Opfern lägen noch keine gesicherten Erkenntnisse vor.
20.13 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und Innenminister Joachim Herrmann (beide CSU) haben ein Krisentreffen in der Staatskanzlei in München angesetzt.
20.16 Uhr: Die Stadt München ruft den "Sonderfall" wegen einer "Amoklage" aus. Die Bürger werden über das Smartphone-Warnsystem Katwarn aufgefordert, ihre Wohnungen nicht zu verlassen.
20.18 Uhr: Die Polizei versucht zu beruhigen: "Starke Polizeikräfte in der gesamten City. Wir fahnden mit Hochdruck nach den Tätern. Meidet die Öffentlichkeit!" - Die Polizei sendet ihre Infos jetzt auch auf Französisch.
20.24 Uhr: Unruhe und teilweise Panik herrscht in der Stadt. Nach der Sperrung des Hauptbahnhofs flüchten Menschen über Bahngleise, wie Augenzeugen berichten.
20.26 Uhr: Ärzte und Schwestern sind zu Münchner Krankenhäusern gerufen worden - zur Vorsorge. "Es wurde der Alarm Massenanfall Verletzte ausgelöst", sagt der Sprecher des Universitäts-Klinikums Großhadern. Ob und wie viele Verletzte schon eingeliefert wurden, kann er zunächst nicht sagen.
20.34 Uhr: Sicherheitskreise schließen dpa-Informationen zufolge einen Terroranschlag nicht aus. Es gehe tendenziell in Richtung Terrorverdacht, erfährt die Deutsche Presse-Agentur.
20.35 Uhr: Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) eilt in die Einsatzzentrale der Münchner Polizei. Der von der Stadt ausgerufene "Sonderfall" bedeute, dass jetzt alle Dienste der Stadt zusammenarbeiteten, sagt er.
20.42 Uhr: Die Polizei spricht von einer "akuten Terrorlage" in München.
20.44 Uhr: Drei Täter mit "Langwaffen" sind nach Polizeiangaben auf der Flucht.
20.55 Uhr: Feuerwehr und Rettungskräfte in München sind mit einem Großaufgebot im Einsatz. "Alles, was verfügbar ist, ist im Einsatz", sagt ein Sprecher der Münchner Feuerwehr.
21.05 Uhr: Tschechien verstärkt die Polizeistreifen im Grenzgebiet zu Deutschland. Auch in vielen Einkaufszentren in Tschechien wird die Polizeipräsenz erhöht.
21.12 Uhr: Die Münchner Polizei hat noch keine Täter festgenommen. "Die Fahndung nach ihnen läuft mit Hochdruck", heißt es.
21.16 Uhr: US-Präsident Barack Obama sagt Deutschland seine Unterstützung zu. "Deutschland ist einer unserer engsten Verbündeten. Wir werden ihnen jegliche Unterstützung zusagen, die sie in diesen Umständen brauchen können", sagt Obama in Washington.
21.21 Uhr: Die erste Opferzahl: Mindestens fünf Menschen sind getötet worden, gibt ein Polizeisprecher bekannt.
21.23 Uhr: Die Polizei twittert: unbekannte Zahl von Verletzten und sechs Tote.
21.32 Uhr: Nach den Tätern wird im gesamten Stadtgebiet und im Umland gefahndet. Gerüchte über den angeblichen Tod eines Täters kann ein Sprecher der Polizei zunächst nicht bestätigen.
21.33 Uhr: Die Bundesregierung stellt sich auf eine Krisenlage wegen der tödlichen Attacken in München ein. Im Kanzleramt kommen Mitarbeiter zusammen, um die Geschehnisse in München zu verfolgen und Kontakt mit allen zuständigen Stellen zu halten.
21.36 Uhr: Der britische Außenminister Boris Johnson äußert sich "zutiefst schockiert" und "traurig" über die tödlichen Schüsse in München. "Meine Gedanken sind bei den Opfern, deren Liebsten und ganz Deutschland zu dieser Zeit", schreibt Johnson auf Twitter.
21.39 Uhr: Die Polizei ruft auf Twitter zu Mäßigung auf: Man solle sich mit Spekulationen zurückhalten. "Damit würdet Ihr uns sehr unterstützen."
21.45 Uhr: Es halten sich keine Kunden in dem Münchner Einkaufszentrum mehr auf, teilt die Polizei mit.
21.46 Uhr: Die Polizei hat bislang keinen Hinweis auf einen islamistischen Hintergrund. "Dafür ist es viel zu früh", sagt ein Sprecher. Die Polizei spricht von einer "akuten Terrorlage". Sie veröffentlicht die Telefonnummer der zentralen Auskunfts- und Vermisstenstelle für Angehörige: 0800 7766350.
22.07 Uhr: Nach dem Attentat sind Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und Innenminister Joachim Herrmann (beide CSU) in der Einsatzzentrale bei der Polizei eingetroffen.
22.12 Uhr: Die Polizei hat Spezialeinheiten aus mehreren anderen Bundesländern angefordert, darunter die GSG9 der Bundespolizei.
22.27 Uhr: Die Polizei meldet: "Die Zahl der Toten steigt auf 8."