Die Rettungsorganisationen in Bayern haben sich gemeinsam mit der Polizei über neue Einsatzkonzepte bei Terror- und Amokeinsätzen verständigt. Man müsse die Gefahr von solchen Angriffen auch in Zukunft ernst nehmen, sagte der Präsident des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK), Theo Zellner, am Mittwoch in München. "Bisher haben wir es als weit weg betrachtet, aber jetzt ist die Gefahr mitten unter uns."

Nach den Anschlägen in Bayern im Sommer besprachen die Teilnehmer der Tagung unter anderem, wie Patienten in solchen Gefahrenlagen besser und sicherer versorgt werden können. "In solchen Fällen können wir nicht vor Ort behandeln, sondern müssen die Patienten schnell ins Krankenhaus bringen", erläuterte Zellner.
Dabei spiele auch die Sicherheit der Rettungskräfte eine große Rolle. "Wir wollen den Führungskräften zeigen, mit welchen Gefahren sie es zu tun haben können", sagte der stellvertretende Landesarzt Florian Meier. "Wir wissen nicht, wie ein Terrorist oder Amoktäter tickt." Daher sei es wichtig, die Retter auf mögliche weitere Gefahren hinzuweisen.

Außerdem wurden mit den Teilnehmern der Tagung besondere Verletzungsmuster besprochen, die durch Explosionen oder große Schusswaffen auftreten können. "Wir sind dann mit Verletzungen konfrontiert, die in unserem Alltagsgeschäft nicht auftreten", sagte Meier.

Lothar Köhler vom Landeskriminalamt berichtete zudem über die aktuelle Bedrohungslage in Bayern. "Wir müssen mit Einzeltätern genauso rechnen wie mit professionell agierenden Gruppen", sagte Köhler. Trotz umfangreicher Maßnahmen sei es dabei nicht immer möglich, alle Gefährder oder Attentatspläne rechtzeitig ausfindig zu machen. "Es gibt keine absolute Sicherheit."