Der Hitzerekord im unterfränkischen Kitzingen Anfang Juli war sozusagen der schweißtreibende Startschuss: 40,3 Grad Celsius wurden am 5. Juli in der 20.000-Einwohner-Stadt gemessen. Anschließend folgte ein extrem heißer und trockener Sommermonat mit außergewöhnlich viel Sonne und wenig Niederschlag. "Bisher war der Juli in Franken fulminante 4,5 bis 5 Grad wärmer als normal. Das liegt nicht zuletzt an der Hitze zum Monatsanfang. Und das Regensoll wurde bisher erst zu 25 Prozent erfüllt", fasst Diplom-Meteorologe Dominik Jung zusammen.

An dieser Situation ändert sich (vorerst) nichts. In den kommenden Tagen wird weiter schwülheißes Wetter erwartet, gebietsweise sind heftige Unwetter möglich. Erst zum Ende der Woche muss sich die Region auf eine "Abkühlung" einstellen. "Sonntag erwarten wir in Franken 23 Grad, Montag vielleicht nur 18 Grad", so Jung.
Mitte der kommenden Woche sollen die Temperaturen wieder steigen. "Das muss man aber mit Vorsicht genießen. Derzeit ist in der Atmosphäre viel Bewegung, da kann sich rasch etwas ändern", sagt Jung, der allen Hitzegeplagten trotzdem ein wenig Hoffnung macht: "Mit etwas Glück verfliegt endlich die drückende Schwüle."

Keine extreme Hitze

Ob Franken auch im August ein derart heißer Monat bevorsteht, ist noch nicht abzuschätzen. Erste Trends deuten laut Jung zwar auf einen vergleichsweise zu trockenen August hin. "Aber zugleich sagen die Klimatrends auch einen normal temperierten Monat voraus, also eher keine extreme Hitze." Dies seien allerdings nur Trends und keine Wettervorhersagen.

Übrigens: Die aktuelle Hitzewelle erreicht nach Expertenschätzungen bei weitem nicht die Dimension des Rekordsommers 2003. "Damals hielt die Hitzewelle in West- und Mitteleuropa fast drei Monate an", informiert der Geo-Risiko-Forscher Peter Höppe vom weltgrößten Rückversicherer Munich Re. Die Temperaturen über einen so langen Zeitraum bedeuteten ein derart extremes Ereignis, wie es sich den damaligen Klima-Statistiken zufolge in Deutschland nur ein Mal in etwa 450 Jahren ereignet hatte.


Schweißtreibende Nächte: Tipps für ein entspannteres Einschlafen

Schwüle Heiße Tage, schweißtreibende Nächte: Wenn die 30-Grad-Marke geknackt wird, kühlt es nachts meist nicht ab. Im Schlafzimmer steht die Luft, für viele bedeutet dies: schwitzen statt schlafen. "Die schwüle Luft kommt aus Südwesten und Süden. Im Mittelmeerraum ist es sehr feucht", erklärt Dominik Jung.
Es gibt einige Tipps, wie man trotz drückender Schwüle besser einschlafen kann:

- Funktionswäsche ist besser als Baumwollkleidung, da sie Feuchtigkeit und Wärme nach außen transportiert. Zudem entweder ganz leicht zudecken - etwa mit einer Sommer-Bettdecke - oder einem Laken. Nackt und ohne Decke sollte man nicht schlafen.

- Das Schlafzimmer morgens lüften und danach den Tag über abdunkeln. So heizt sich der Raum nicht auf.

- Eine Wärmflasche im Kühlschrank kühlen und dann zwischen die Füße legen. Hilft auch: Die Innenseiten der Handgelenke kurz unter kaltes Wasser halten. Und: Niemals kalt duschen, sondern lauwarm.

- Trinken, auch wenn man keinen Durst hat. Ideal sind Melissentee, Hibiskusblütentee oder Wasser mit etwas Zitronensaft - alles ungesüßt und nicht eiskalt.