Der Mord an einem 66-Jährigen im oberpfälzischen Weiden gibt der Polizei weiter Rätsel auf. Motiv und Hintergründe seien auch knapp zwei Wochen nach der Tat noch völlig unklar, sagte ein Polizeisprecher am Montag. Auch die Großfahndung nach einem dringend tatverdächtigen Pärchen blieb bislang ohne Erfolg. Gesucht werden ein 22 Jahre alter Soldat aus Regen und seine 23 Jahre alte Freundin. Der 66-Jährige war Ende Januar mit mehreren Messerstichen am Rand eines Radweges getötet worden.

Ein Zeuge hatte ein Pärchen kurz nach der Tat am vorvergangenen Mittwoch vom Tatort mit einem Wagen flüchten gesehen. Die Ermittler gehen inzwischen davon aus, dass es sich um das Auto des Zeitsoldaten handelt. "Sein Wagen war allerdings stillgelegt worden, weil er keinen Versicherschutz mehr hatte", erläuterte Polizeisprecher Michael Rebele. Kurzerhand montierte der Mann das Kennzeichen vom Wagen der Freundin. In seiner Kaserne war der 22-Jährige bereits einen Tag vor der Tat nicht mehr aufgetaucht.

Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen auch eine Armbrust und ein dazugehörender Pfeil, die in Tatortnähe gefunden wurden. Zwar scheidet die Armbrust als Tatwaffe im Fall Weiden aus. Wenige Stunden vor der Bluttat war jedoch ein Hund im etwa 15 Kilometer entfernten Grafenwöhr durch einen Armbrustpfeil verletzt worden. "Das Landeskriminalamt prüft zur Zeit, ob es sich um dieselbe Armbrust handelt", sagte Rebele. Wem die Armbrust gehört, ist ungewiss. Die Waffe ist nicht anmeldepflichtig.
Das größte Rätsel bleibt für die Polizei das Motiv. "Bislang haben wir keinerlei Zusammenhang zwischen den Verdächtigen und dem Opfer ermitteln können", betonte Rebele. Ein Raubdelikt schließen die Fahnder jedenfalls aus. Möglicherweise haben sich die Wege zufällig gekreuzt. dpa