Unter dem Motto "Hof ist bunt und nicht braun" haben nach Polizeiangaben rund 4000 Menschen gemeinsam mit Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) gegen einen Aufmarsch von rund 400 Rechten am Dienstag in Hof demonstriert. Bei der Kundgebung sagte Friedrich: "Die Demokratie in Deutschland lebt, und wir werden sie uns nicht von Extremisten und Rassisten zerstören lassen." Friedrich dankte den Bürgern, dass sie ein Zeichen setzten und nicht zu Hause geblieben waren: "Die Sprachlosigkeit der Demokraten ist der größte Feind der Demokratie."

Zuvor hatte Friedrich mit bayerischen Landespolitikern, Kirchenvertretern und Gewerkschaftern den Demonstrationszug angeführt. Vor sich hielt er ein regenbogenfarbenes Spruchband, auf dem stand: "Hof = international". Die Demonstranten forderten: "Braune Soße nur auf Knödel" oder "Nazis braucht hier niemand".
Bayerns DGB-Vorsitzender Matthias Jena verlangte in seiner Rede ein Verbot der NPD sowie des rechten Netzwerks "Freies Netz Süd". Zudem gab Jena zu bedenken, dass Verbote alleine nicht reichten, um Rechtsextreme zu stoppen: "Wir müssen rechtsextremem Gedankengut mit Demokratie, Solidarität und Gerechtigkeit entgegenwirken."


Mehrere Festnahmen



Die Demonstrationen verliefen nach Polizeiangaben weitgehend friedlich. Es habe allerdings mehrere Festnahmen gegeben, sagte ein Sprecher. Die Polizei wollte zunächst keine näheren Angaben dazu machen. Bereits im Vorfeld sei die Identität einiger Demonstranten wegen Ordnungswidrigkeiten festgehalten worden. Es gebe auch Personen, die speziell beobachtet wurden, sagte der Sprecher.

Der DGB hatte mit einem breiten Bündnis aus Kirchen, Parteien und Jugendorganisationen zu der Gegendemonstration aufgerufen. "Wir sind absolut stolz darauf, wie breit dieses Bündnis ist", sagte Rainer Krauß, Sprecher der Stadt Hof. Einen vergleichbaren Zusammenschluss unterschiedlichster Gruppen habe es so in Bayern zuvor noch nie gegeben. Jürgen Jakob vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) sagte: "Wir wollen ein mächtiges Zeichen gegen die Rechten setzen."

Neben Hans-Peter Friedrich liefen auch der Oberbürgermeister der Stadt Hof, Harald Fichtner, die Bundestagsabgeordnete Petra Ernstberger (SPD), der Vorsitzende der bayerischen FDP-Fraktion, Thomas Hacker, sowie der stellvertretende Vorsitzende der CSU-Landtagsfraktion Alexander König an der Spitze des Demonstrationszuges mit.