Für die Tötung von Aline K. hat er in seinem Schlusswort vor Gericht noch um Verzeihung gebeten. Nach dem Willen des Staatsanwalts soll der Angeklagte nun lange Zeit ins Gefängnis: Er forderte lebenslange Haft wegen Mordes und die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld. Das würde bedeuten, dass der Mann nicht nach 15 Jahren aus der Haft entlassen werden könnte. Zur Begründung sagte der Staatsanwalt am Montag vor dem Landgericht München I: Der 30-Jährige habe seine Lebensgefährtin, die sich von ihm trennen wollte, am 8. Oktober 2015 heimtückisch und aus niederen Beweggründe ermordet und anschließend in einem Kellerschacht im Münchner Stadtteil Lochhausen abgelegt.

Zitternd, mit rotem Kopf und einem Zettel in der Hand, bat der Angeklagte die Angehörigen am Montag um Verzeihung. "Mir ist bewusst, dass ich einen Menschen getötet habe und dass ich das nicht mehr gutmachen kann." Sein Verteidiger hatte sieben Jahre Haft wegen Totschlags in einem minder schweren Fall gefordert. Der Angeklagte habe Gefühle der Verzweiflung und Ausweglosigkeit gehabt.


Staatsanwalt: Beziehung des Paares war zerrüttet

Für den Staatsanwalt hingegen ist es erwiesen, dass der 30-Jährige seine Lebensgefährtin heimtückisch und aus niederen Beweggründe in einer Münchner Wohnung ermordet hat. Die Beziehung des Paares sei zerrüttet gewesen. Aline K. habe sich seit ihrem 19. Lebensjahr für ihren Partner aufgeopfert, während dieser nur zu Hause gesessen sei. Schließlich habe sie einen neuen Mann kennengelernt und wollte sich trennen.

Zu ihrem Lebensgefährten sagte sie: "Das Projekt ist gescheitert. Ich habe etwas Besseres gefunden." Daraufhin habe der Angeklagte seine Freundin unversehens auf der Couch erwürgt, weil er es nicht ertragen habe, dass er ohne Aline K. leben sollte, sagte der Staatsanwalt. "Sie sollte nichts Besseres bekommen."

Der Verteidiger konnte weder Heimtücke noch niedere Beweggründe erkennen. Sein Mandant sei wütend gewesen, weil er sich betrogen und gedemütigt gefühlt habe - und verzweifelt, weil er wusste, dass er die Liebe seines Lebens verlieren würde. "Eine Welt ist für ihn zusammengebrochen." Das Urteil wird am Freitag gesprochen.