Der psychiatrische Gutachter hatte im ersten Verfahren gegen Mollath vor dem Amtsgericht Nürnberg vor elf Jahren ein Gutachten erstellt, ohne mit dem Angeklagten selbst gesprochen zu haben. Zuvor beschäftigt sich das Landgericht Regensburg am Vormittag erneut mit den Vorwürfen der Sachbeschädigung. Der 57 Jahre alte Mollath muss sich wegen Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Sachbeschädigung verantworten. Unter anderem soll er 2001 seine damalige Ehefrau körperlich misshandelt und eingesperrt haben. Zudem soll er Dutzende Autoreifen zerstochen haben.

Laut Anklage hat Gustl Mollath sich an Menschen rächen wollen, die an der Scheidung von seiner Frau beteiligt waren oder sich sonst irgendwie gegen ihn gewandt hatten. Das Gericht will am Mittwoch zu diesem Themenkomplex einen Polizisten sowie sieben geschädigte Autobesitzer als Zeugen hören. Darunter ist auch der Gerichtsvollzieher, der mehrere wertvolle Sportwagen von Mollath gepfändet hatte.

Das Landgericht Nürnberg-Fürth hatte Mollath im Jahr 2006 von den Vorwürfen wegen Schuldunfähigkeit freigesprochen und ihn in die Psychiatrie eingewiesen. Der Fall hatte eine Debatte über die Unterbringung in psychiatrischen Kliniken ausgelöst. Das Gericht hat bis Mitte August weitere neun Verhandlungstage angesetzt.