Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, sieht den Reformdialog mit den katholischen Laien auf einem guten Weg. Er sei sehr angetan, was ihm aus den Bistümern berichtet werde, sagte Zollitsch am Montag zum Auftakt der Frühjahrs-Vollversammlung in Regensburg. Er betonte aber auch: "Wir haben unterschiedliche Geschwindigkeiten erwartet, wie der Prozess durchgeführt wird."

Die Laienbewegung "Wir sind Kirche" ist jedoch enttäuscht vom bisherigen Verlauf des Dialogs, der im Herbst 2010 nach dem Missbrauchsskandal in der Kirche initiiert worden war. "Die Laien werden missachtet. So ist die Gefahr groß, dass der Dialog im Sande verläuft", sagte "Wir sind Kirche"-Sprecher Christian Weisner.
Kritischen Priestern werde ein Maulkorb verpasst, sagte Laien-Vertreterin Sigrun Grabmeier. Rückwärtsgewandte Kreise in der katholischen Kirche übten Druck aus. "Und die Kirche gibt denen mehr und mehr nach."
Neben dem Reformdialog geht es bei der Vollversammlung auch um die Zukunft der katholisch-theologischen Fakultäten und einen Zwischenbericht zur "Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1949 bis 1975" erörtern. Er sei dankbar, dass Wege gefunden wurden, "dass die Opfer eine finanzielle Anerkennung bekommen, für das, was sie erlitten haben", sagte Zollitsch.
Auch bei der Aufarbeitung des Missbrauchskandals ist die katholische Kirche laut Zollitsch auf einem guten Weg. "Die ersten Präventionsmaßnahmen sind eingeleitet", betonte der DBK-Vorsitzende. Die Kirche werde zur Heilung der Opfer beitragen, aber auch dazu, dass solche Fälle nicht wieder vorkämen.
Zum Auftakt der Frühjahrs-Vollversammlung hatte Zollitsch die Sorge um die Christen in Syrien bekundet. "Wir hoffen und beten, dass bald die Waffen schweigen", sagte Zollitsch. Etwa zehn Prozent der Bevölkerung Syriens sind Christen.