Darauf habe sich der Kulturausschuss des Stadtrats in seiner jüngsten Sitzung verständigt, teilte der Erlanger Kulturreferent Dieter Rossmeissl (SPD) am Freitag mit. Das überregional renommierte Poetenfest findet in diesem Jahr vom 23. bis 26. August statt.

Die Stadt setzte sich damit über Bedenken einiger Literaten und der Initiative "Poesie gegen Uranstaub" hinweg, die im Vorjahr gegen den Hauptsponsor mobil gemacht hatten. Die Areva-Gegner kritisieren, dass Literatur und Atomkraft nicht zusammen passten - schon gar nicht nach dem Atomunfall von Fukushima.

Nach Rossmeissls Angaben hat sich der Kulturausschuss allerdings zunächst nur für einen Sponsorenvertrag für das diesjährige Poetenfest ausgesprochen. "Wir müssen erst mal sehen, wie es weitergeht. Wir treffen keine Jahrhundert-Entscheidung", sagte Rossmeissl. Grundsätzlich habe der Ausschuss begrüßt, dass Areva auch weiterhin als Kultursponsor in Erlangen auftreten wolle.


Keine Einigung mit der Initiative



Das Angebot der Initiative "Poesie gegen Uranstaub", beim diesjährigen Fest finanziell in die Bresche zu springen, lehnte Rossmeissl ab. Die Initiative habe für ihre Unterstützung das Ende des Areva-Sponsoren-Vertrags zur Bedingung gemacht. Stattdessen habe er der Initiative angeboten, Areva weiter im Boot zu belassen, dafür aber eine kernkraftkritische Veranstaltung ins Programm zu nehmen. Das habe wiederum die Initiative abgelehnt.

Zu Protesten von Literaten gegen Atomkraft war es bereits bei einem anderen Literaturfestival, den Vattenfall-Lesetagen in Hamburg, gekommen. Nach Rossmeissl Ansicht lässt sich die von dem Vattenfall-Stromkonzern finanzierte Veranstaltung allerdings nicht mit dem mittelfränkischen Poetenfest vergleichen. "Bei den Vattenfall-Lesetagen ist Vattenfall der Veranstalter, beim Poetenfest ist dagegen Areva nur ein Sponsor. Veranstalter des Poetenfestes ist weiterhin die Stadt Erlangen", betonte der Politiker.