Der Internationale Strafgerichtshof verlangt die schnelle Auslieferung des mutmaßlichen Kriegsverbrechers Ntaganda. Der Kongolese, der sich selbst auch «Der Terminator» nennt, hatte am Montag in der US-Botschaft in der ruandischen Hauptstadt Kigali Zuflucht gesucht.

«Wir werden mit allen zuständigen Behörden in der Region zusammenarbeiten, um die sofortige Auslieferung an den IStGh zu ermöglichen», kündigte Chefanklägerin Fatou Bensouda am Dienstag in Den Haag an. Ntaganda will dem Strafgerichtshof (IStGh) überstellt werden.

Die Auslieferung wird allerdings erschwert, da sowohl Ruanda als auch die USA die Statuten des Weltstrafgerichtes nicht unterzeichnet haben. Die ruandische Regierung lehnte jede Verantwortung ab. «Ruanda hat nichts damit zu tun, ob Bosco Ntaganda an den IStGH überstellt wird oder nicht», sagte Außenministerin Louise Mushikiwabo. «Er befindet sich auf US-Territorium, und das ist jetzt eine Sache zwischen den USA, dem Kongo und dem Internationalen Strafgerichtshof.»

Der Strafgerichtshof sucht Ntaganda seit 2006 wegen zahlreicher Kriegsverbrechen während des Bürgerkriegs im Kongo. Er soll unter anderem für den Einsatz von Kindersoldaten, Mord und sexuelle Versklavung junger Mädchen verantwortlich sein. Chefanklägerin Bensouda begrüßte die Aufgabe des Rebellenführers. «Das ist eine großartige Nachricht für die Bürger des Kongo, die unter den Verbrechen zu lange leiden mussten».