Wie die Europäische Umweltagentur EEA in Kopenhagen weiter mitteilte, reduzierten die 27 Mitgliedstaaten die stark zur Klimaerwärmung beitragenden Emissionen seit 1990 insgesamt um 17 Prozent - bei Einschluss der Luftfahrt.

Die Chefin der europäischen Umweltagentur, Jacqueline McGlade, sprach von einer «guten Nachricht», auch wenn sie weitgehend dem milden Winter geschuldet sei. «Nichtsdestotrotz macht die EU eindeutige Fortschritte hin zu ihren Emissionszielen», meinte McGlade weiter.

Die Länder der Union haben sich im japanischen Kyoto 1990 auf eine Reduzierung der Treibhausgase um 20 Prozent bis 2020 verpflichtet. Für die Umweltorganisation Greenpeace in Hamburg sagte der Klimaexperte Karsten Smid der Nachrichtenagentur dpa: «Die EU-Agentur verkauft hier eine Mogelpackung.» Die Reduzierung sei «das Ergebnis von milden Wintern und der Krise, aber keineswegs von Klimaschutz».

Vor allem der Zusammenbruch des CO2-Emissionshandels zeige, wie sehr die Klimapolitik versagt habe. «Die EU muss sich selbst wohl auch an der beim Kopenhagener Klimagipfel 2010 angebotenen Verminderung der Emissionen um 30 Prozent messen», erklärte Smid.

Kritisch vermerkte die EU-Agentur EEA selbst, dass in der EU die Anwendung von Brennstoffen mit hohem CO2-Ausstoß wie Kohle zugenommen und die von Wasserkraft sowie Gas abgenommen habe. «Wenn Europa die Wandlung zu einer Gesellschaft mit geringen CO2- Emissionen schaffen will, muss es ausdauernd Investitionen in Technologie und Innovation geben», meinte McGlade.