Unter massiven Sicherheitsvorkehrungen nahmen Hunderte Syrer am Samstag an der offiziellen Trauerfeier in der Omajjaden-Moschee teil. Rebellen meldeten derweil die Eroberung eines strategisch wichtigen Flughafens im Süden des Landes.

Bei dem Anschlag in der Imam-Moschee waren am Donnerstagabend nach offiziellen Angaben 49 Zivilisten und der Attentäter ums Leben gekommen. Unter den Opfern war auch der regimetreue sunnitische Kleriker Scheich Mohammed al-Buti. Zu der Tat, die auch bei vielen syrischen Oppositionellen Empörung auslöste, bekannte sich zunächst niemand. Das syrische Außenministerium machte die Terrororganisation Al-Kaida und ihre Verbündeten für den Anschlag verantwortlich.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verurteilten die Bluttat scharf. Ban sprach von einem «Kriegsverbrechen» und verlangte sofortige und uneingeschränkte Ermittlungen.

Die Kämpfe dauerten derweil weiter an. Nach Angaben der syrischen Menschenrechtsbeobachter in London nahmen Rebellen - unter ihnen die dschihadistische Al-Nusra-Front - einen wichtigen Luftwaffenstützpunkt an der Schnellstraße zwischen Damaskus und Amman in der Provinz Daraa ein. Dutzende Gefangene seien im Zuge der Stürmung des Militärlagers freigekommen.

Der amerikanische Geheimdienst CIA füttert nach Informationen des «Wall Street Journal» nun ausgewählte Rebellengruppen mit Geheimdienstinformationen. Ziel sei es, gemäßigte Aufständische zu stärken, um den Vormarsch von islamistischen Rebellen zu bremsen. US-Präsident Barack Obama hatte am Vortag während seiner Nahost-Reise die Befürchtung geäußert, dass Extremisten das Machtvakuum in Syrien ausnutzen könnten.

Der zweijährige Bürgerkrieg in Syrien hat nach UN-Angaben bereits mehr als 70 000 Menschen das Leben gekostet. Seit Beginn des Aufstandes gegen Präsident Assad seien 1,1 Millionen Menschen in die Nachbarländer geflohen.

Angesichts der täglich steigenden Zahl von Flüchtlingen sprach sich Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) für eine

«europäische Aufnahmeaktion» aus. «Bisher ist aber im europäischen Bereich noch nicht viel passiert», sagte Friedrich dem Berliner «Tagesspiegel am Sonntag». Er habe sich mit dieser Forderung auch schriftlich an EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström gewandt.