Verträge könnten etwa vorsehen, dass Investoren die Straßen in der Umgebung ihres Investitionsvorhabens erneuern, sagte Suu Kyi am Freitag bei einer Pressekonferenz am Rande des Weltwirtschafsforums (WEF) zu Ostasien in Bangkok. Sie rief Investoren und Entwicklungsgeldgeber zu Transparenz auf, um sicherzustellen, dass Projekte nicht nur einigen Wenigen zu Gute kommen.

Birma dürfe kein «Schlachtfeld» werden, auf dem die USA und China um Einfluss buhlen, warnte Suu Kyi. Ihre Heimat sei auf gute Beziehung zu dem Nachbarland China angewiesen, wolle sich aber gleichzeitig für andere öffnen, denen das Wohl des Landes am Herzen liege.

Suu Kyi will sich im Parlament in erster Linie für die Beseitigung von Entwicklungshürden einsetzen. Sie kritisierte etwa das Lizenzsystem, das den Verkauf von Mobiltelefonen reguliert. So etwas behindere nur die wirtschaftliche Entwicklung.

Suu Kyi (66) stand in der einstigen Militärdiktatur 15 Jahre unter Hausarrest. Sie kam im November 2010 frei. Die Junta etablierte 2011 eine auf dem Papier zivile Regierung. Suu Kyi gewann am 1. April dieses Jahres bei Nachwahlen einen Sitz im Parlament. Ihre Partei, die Nationalliga für Demokratie (NLD), hat allerdings nur 37 von 440 Sitze im Unterhaus.