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"Killer-Hornissen" enthaupten Bienen - Exotische Insekten auch in Deutschland auf dem Vormarsch

Im Nordwesten der USA fanden Forscher die Asiatische Riesenhornisse. Sie gilt als größte Hornissenart der Welt und kann besonders den Honigbienen, aber auch den Menschen gefährlich werden. In Deutschland kommt sie bisher noch nicht vor. Die ähnlich benannte asiatische Hornisse fühlt sich mittlerweile aber in Deutschland wohl.

Im Nordwesten der USA sind erstmals einige Exemplare der für Honigbienen gefährlichen Asiatischen Riesenhornisse (Vespa mandarinia) gesichtet worden. Sie seien bereits im Winter 2019 nahe Blaine und Bellingham an der Grenze zu Kanada gefunden worden, teilte das Agrarministerium des Bundesstaates Washington mit.

Zuvor habe es im Herbst auf der kanadischen Seite einige Sichtungen gegeben. Einige der bis zu fünf Zentimeter großen Insekten reichten aus, um binnen Stunden einen gesamten Bienenstock zu zerstören - sie reißen Bienen und enthaupten diese. Sie können dabei auch allergischen Menschen gefährlich werden. In Deutschland kommt die Riesenhornisse allerdings nicht vor, wie der Merkur berichtet.

Asiatische Hornisse in Deutschland - Globaler Handel begünstigt Ausbreitung

Mit der asiatischen Hornisse (Vespa velutina) verhält es sich anders. Sie fühlt sich mittlerweile in mehreren europäischen Ländern wohl - und seit einiger Zeit auch in Deutschland. Es liegt in erster Linie an der Globalisierung, dass die Tiere leichter von Kontinent zu Kontinent gelangen. Die NABU-Expertin Melanie von Orlow sagte dazu, "die asiatische Hornisse wurde vermutlich mit asiatischen Importwaren eingeschleppt."

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Auch der Klimawandel begünstigt die Ausbreitung solcher Tierarten. Die Winter werden immer milder, sodass auch exotische Arten in Europa starke Populationen bilden können. Die asiatische Hornisse kommt gut mit dem Klima zurecht und hat hier nur geringen Druck durch Fressfeinde oder Konkurrenten.

Die asiatische Hornisse ist für die Menschen in der Regel nicht gefährlich. Sie werden nicht von Essen oder Trinken angezogen, was Mensch und Tier in der Regel nicht in Kontakt bringt. Eine ebenfalls beruhigende Tatsache ist, dass die asiatische Hornisse nicht viel aggressiver oder aufdringlicher ist als die europäische. Auch für die Imkerei sei die asiatische Hornisse keine essentielle Bedrohung, so Orlow. Die genauen Auswirkungen auf die heimische Tier- und Pflanzenwelt seien jedoch noch nicht abzusehen.

"Die Tiere verhalten sich friedlich und defensiv, reagieren aber empfindlich bei Annäherungen unter zwei Metern an ihr Nest. Die Stiche sind nicht gefährlicher als bei einheimischen Wespenarten", so Orlow über die Insekten.Bei Kontakt mit einer Hornisse sei es wichtig, Ruhe zu bewahren und nicht wild um sich zu schlagen.

"Mörderhornissen" können einen gesamten Bienenstock zerstören

Anders ist es bei den sogenannten "Killer-Hornissen", der asiatischen Riesenhornisse. Um eine Ausbreitung der auch "Mörderhornissen" genannten Eindringlinge zu verhindern und die heimischen Bienen zu schützen, würden nun spezielle Fallen eingesetzt, berichtete die "New York Times". "Dieses ist unsere Gelegenheit, um zu verhindern, dass sie sich hier ansiedeln. Wenn wir das in den nächsten Jahren nicht schaffen, wird es uns wahrscheinlich gar nicht gelingen", sagte der Insektenforscher Chris Looney der Zeitung.

Die Vespa mandarinia sei die größte Hornissenart der Welt. Sie greife Menschen in der Regel nicht an, könne dies aber tun, wenn sie sich bedroht fühle, so das Agrarministerium Washingtons. Ihr Stachel sei länger und ihr Gift toxischer als das von Bienen. Sie könne auch mehrfach zustechen und wegen allergischer Reaktionen auch für Menschen gefährlich sein.

Laut "New York Times" gibt es in Japan jedes Jahr rund 50 Tote durch Stiche der Asiatischen Riesenhornisse. Wie die Exemplare nach Nordamerika gelangten, ist unklar. Sie seien möglicherweise an Bord eines Schiffes eingeschleppt worden, hieß es.