Zehntausende Menschen haben in Hongkong gegen chinesische Menschenrechtsverletzungen demonstriert. Allerdings ging die Polizei 90 Minuten nach Beginn des genehmigten Marsches mit Tränengas, Pfefferspray und Gummigeschossen gegen die weitgehend friedlichen Demonstranten vor.

Eine unbekannte Zahl von Teilnehmern wurde festgenommen. Wie die Polizei weiter mitteilte, wurde die Kundgebung aufgelöst, weil «eine Gruppe Randalierer» Feuer gelegt, Straßen blockiert und Polizisten «brutal angegriffen» habe.

Die Demonstrationen in der chinesischen Sonderverwaltungsregion dauern seit mehr als einem halben Jahr an. Die Proteste richten sich gegen die eigene Regierung und die chinesische Führung in Peking, die ihren Einfluss auf die frühere britische Kronkolonie ausweitet. Seit der Rückgabe 1997 an China wird Hongkong nach dem Grundsatz «ein Land, zwei Systeme» unter Pekings Souveränität autonom verwaltet.

Die sieben Millionen Hongkonger genießen - anders als die 1,3 Milliarden Menschen in der Volksrepublik - weitgehende Rechte wie Versammlungs-, Meinungs- und Pressefreiheit, um die sie aber zunehmend fürchten. Auch fordern sie echte Demokratie, wie es ihnen beim Souveränitätswechsel einst in Aussicht gestellt worden war.