Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel sagte dem Berliner «Tagesspiegel» (Freitag): «Europa ist in einem so schwierigen Zustand, dass Europa beide braucht: Juncker und Schulz.»

Der bisherige EU-Parlamentspräsident und sozialdemokratische Spitzenkandidat bei der Europawahl, Martin Schulz (SPD), müsse der künftigen EU-Kommission angehören.

SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi sagte der «Süddeutschen Zeitung» (Freitag), Merkel müsse «klar erklären, ob sie wirklich zu Jean-Claude Juncker als Kommissionspräsident steht - oder lieber das Geklüngel auf Spitzenebene fortsetzen möchte».

Im Ringen um diese europäische Top-Position solle sich die Kanzlerin nicht hinter dem britischen Premierminister David Cameron verstecken, so Fahimi weiter. Der Machtkampf auf EU-Ebene drohe «das Vertrauen in die europäische Idee» zu beschädigen.

Der CDU-Europaabgeordnete Elmar Brok sagte der «Süddeutschen Zeitung»: «Der Rat muss wissen, dass das Europaparlament daran festhalten wird, den Wählerwillen durchzusetzen.» Vor dem EU-Gipfel Ende Juni müsse es Konsultationen mit Juncker und den Fraktionsspitzen geben. Die Regierungschefs aus Großbritannien, Ungarn, Schweden und den Niederlanden haben - trotz des Wahlsieges der Konservativen mit Spitzenkandidat Juncker - Bedenken gegen eine schnelle Festlegung auf Luxemburgs Ex-Premier, der seit drei Jahrzehnten auf dem Brüsseler EU-Parkett mitspielt.