Das Kreuzfahrtschiff "Viking Sky" mit 1373 Menschen an Bord ist während eines Sturms vor der norwegischen Küste in Seenot geraten. Das Schiff habe Motorprobleme und müsse deshalb evakuiert werden, teilte die Polizei der norwegischen Provinz Møre og Romsdal am Samstagnachmittag auf Twitter mit. Die Evakuierung war in vollem Gange, wurde nun jedoch gestoppt.

Die dramatische Evakuierung eines Kreuzfahrtschiffes in Norwegen ist unterbrochen worden. Hubschrauber sollten keine Menschen mehr von Bord der "Viking Sky" an Land fliegen, während Schlepper das Schiff in den Hafen der Stadt Molde bringen, wie der südnorwegische Rettungsdienst am Sonntag mitteilte. Die Nachrichtenagentur NTB berichtete, der Kapitän werde während des Manövers entscheiden, ob die Evakuierung per Helikopter fortgesetzt werden solle.

Bislang sind rund 460 der insgesamt 1373 Passagiere und Besatzungsmitglieder vom Schiff an Land geholt worden. Die meisten Fahrgäste sind laut Behördenangaben Briten und Amerikaner. Auch zwei Frauen mit deutscher Staatsangehörigkeit zählten zu den Passagieren.

Auf Kreuzfahrtschiff: 16 Verletzte, davon drei Schwerverletzte

Bis zum frühen Sonntagmorgen konnten einem Bericht zufolge 297 Passagiere gerettet werden. Laut Polizei wurden bei der Evakuierung 16 Menschen verletzt, drei von ihnen schwer. Vermisst wird nach aktuellem Stand niemand. Laut Reederei "Viking Ocean Cruise" befanden sich an Bord der "Viking Sky" insgesamt 915 Passagiere und 458 Besatzungsmitglieder. Das Schiff fahre nun, geleitet von zwei Schleppern, langsam in Richtung der Küstenstadt Molde.

Passagiere filmen die dramatischen Zustände an Bord der "Viking Sky" und veröffentlichen sie unter anderem via Twitter. Die Menschen tragen Schwimmwesten und warten auf ihre Rettung, während meterhoher Seegang das riesige Schiff erschüttert. Wie lange die Evakuierung dauern wird, lässt sich schwer abschätzen.

Bereits bis 16.30 Uhr seien am Samstag die ersten 100 Passagiere an Land gebracht worden, erklärte sie im Anschluss. Doch die Evakuierung dauerte Stunden. Die Passagiere kamen zunächst in die Kommune Fræna, während in den nahe liegenden Städten Molde und Kristiansund nach Schlafmöglichkeiten für sie gesucht wurde.

Viking Sky: In stürmischer See Richtung Küste getrieben worden

Der Rundfunksender NRK zeigte Aufnahmen der "Viking Sky" in starkem Wellengang im gefährlichen Küstenabschnitt Hustadvika, in dem es zahlreiche kleine Inseln und Riffe gibt. Der südnorwegische Rettungsdienst erklärte, das Schiff habe wegen Antriebsproblemen bei widrigen Wetterbedingungen einen Notruf abgesetzt und treibe in Richtung Küste. Später sprach der Dienst von acht Leichtverletzten.

Es wurde davon ausgegangen, dass einer der beiden Motoren des Schiffs ausgefallen ist. Während mehrere Hubschrauber und Schiffe zur Evakuierung eingesetzt wurden, wurde zugleich versucht, den Motor wieder in Gang zu bringen. Beteiligt waren verschiedene Behörden und Organisationen, darunter das Rote Kreuz. Das Kreuzfahrtschiff lag vor Anker, Schlepper sollten es später in ruhigeres Gewässer bringen.

Der Küstenabschnitt Hustadvika liegt bei Kristiansund an der zentralen Westküste Norwegens und gilt als gefährliches Seegebiet. Dort ist es in der Vergangenheit schon häufiger zu Schiffsunfällen gekommen. Die "Viking Sky" wurde 2017 getauft. Sie ist unter norwegischer Flagge unterwegs.

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