Die EU hat die lange geplante Truppe von knapp 1000 Soldaten in die Zentralafrikanische Republik offiziell entsandt. Die EU-Staaten hätten am Dienstag grünes Licht für die Militäroperation gegeben, teilte der Rat der Europäischen Union in Brüssel mit. Die Soldaten sollen auf dem Flughafen der Hauptstadt Bangui und in der Stadt selbst Gesetz und Ordnung wiederherstellen.

Die Mission Eufor RCA sei ein Beleg dafür, dass die EU sich entschieden für die Wiederherstellung von Stabilität und Sicherheit in Zentralafrika einsetze, sagte die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton laut Mitteilung. Die Soldaten sollten die Zivilbevölkerung schützen und eine Grundlage für humanitäre Hilfe schaffen.

Das Hauptquartier werde in Larissa in Griechenland sein. Die Kosten der Operation beziffert die EU auf 25,9 Millionen Euro. Das Mandat betrage sechs Monate. Kommandeur des Einsatzes ist der französische General Philippe Pontiès.

Die EU-Truppe war auf Wunsch Frankreichs beschlossen worden, um die bereits in der Zentralafrikanischen Republik eingesetzten französischen und afrikanischen Soldaten zu unterstützen. Sie bemühen sich, Gewalt zwischen christlichen und islamischen Milizen zu verhindern. Bei der Entsendung der EU-Truppe hatte es Verzögerungen gegeben, sie sollte eigentlich bereits von Ende März an in Zentralafrika operieren.

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) teilte indes mit, dass rund 19 000 Muslimen in Zentralafrika die Massakrierung drohe, sollten diese nicht bald aus Bangui und anderen Teilen des Landes gebracht werden. «Wir wollen nicht dabeistehen und zuschauen, wie Menschen abgeschlachtet werden», sagte eine UNHCR-Sprecherin am Dienstag in Genf.

Die Lage in Zentralafrika wird auch beim EU-Afrika-Gipfel am Mittwoch in Brüssel ein Thema sein.