• Corona-Impfstoff von AstraZeneca in der Kritik: Ist der Wirkstoff wirklich wirksam?
  • Die Wirkung sei nicht ausreichend getestet
  • Die Ständige Impfkommission empfiehlt den Impfstoff nur für unter 65-Jährige

Der britische Pharmahersteller AstraZeneca wehrt sich gegen Berichte zu einer geringen Schutzwirkung seines Corona-Impfstoffs bei Senioren. Berichte, dass das Mittel bei Menschen über 65 nur eine Wirksamkeit von 8 Prozent habe, seien "komplett falsch", teilte ein Sprecher am Dienstagmorgen (26. Januar 2021) mit. Zuvor hatte das "Handelsblatt" über den geringen Schutz bei älteren Menschen berichtet und bezog sich dabei auf deutsche Koalitionskreise. Wie der Bayerische Rundfunk (BR) berichtet, habe die 18-köpfige Expertengruppe der Ständigen Impfkommission (Stiko) nun empfohlen, den Impfstoff von AstraZeneca ausschließlich unter 65-Jährigen zu geben. 

Impfstoff nicht sicher genug? - AstraZeneca weist Vorwürfe zurück

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will sich nicht an Spekulationen über eine angeblich schlechtere Wirksamkeit des Impfstoffs bei über 65-Jährigen beteiligen. Er wolle warten, bis die Daten aus den Studien ausgewertet worden seien. "Ich halte wenig davon, das jetzt in Überschriften spekulativ zu machen", sagte Spahn am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin". Er sagte, man werde auf Basis der wissenschaftlichen Erkenntnisse nächste Woche entscheiden, "welche Altersgruppen zuerst mit diesem Impfstoff geimpft werden".

Ältere Menschen werden in Deutschland wie auch in Großbritannien und anderen Ländern mit Priorität geimpft, weil sie ein besonders großes Risiko für schwere Verläufe bei Covid-19 haben. Deshalb ist es wichtig, dass ein Impfstoff gerade auch Senioren gut schützt.

Impfkommission empfiehlt: AstraZeneca-Impfstoff nur für unter 65-Jährige

Wie der BR nun berichtet, rate die Ständige Impfkommission davon ab, den Impfstoff auch bei über 65-jährigen Corona-Patienten anzuwenden. Grund dafür sei, dass es keine ausreichende Studienlage gebe, die eine Beurteilung der Impfeffektivität bei über 65-Jährigen zuließe. Zunächst wurde der Impfstoff nur an Probanden getestet, die nicht älter als 55 Jahre waren. Ältere Probanden wurden erst später in die Studie aufgenommen, sodass Daten zu Infektionen bei diesen erst später erfasst werden konnten. Das Impfalter läge bei AstraZeneca demnach bei 18 bis 64 Jahre. 

Die Ständige Impfkommission ist ein Expertengremium des Robert-Koch-Instituts, bestehend aus 18 Personen. Besonders im Fokus der Kommission stehen die Analyse und Bewertung von Impfstoffen, deren Wirksamkeit und Nutzen für die gesamte Bundesrepublik Deutschland. In einem anderen Artikel haben wir die Wirksamkeit von AstraZeneca und Biontech verglichen. Hier finden Sie das Ergebnis.

aa mit dpa