Auch Stunden nach Beginn einer Rettungsaktion konnte kein Soldat lebend aus dem Schnee befreit werden. Der Armeesprecher Generalmajor Athar Abbas wies am Samstag in Islamabad Berichte zurück, wonach Tote geborgen worden seien.

«Das ist nicht wahr», schrieb Abbas in einer Textnachricht an die Nachrichtenagentur dpa. Der Sprecher korrigierte außerdem die Angaben eines anderen Sprechers, der die Zahl der Verschütteten mit 130 angegeben hatte. Die Soldaten seien Infanteristen. Sie hätten Kriegsführung in großer Höhe geübt, sagte Abbas.

Die Siachen-Region liegt in einer Höhe zwischen 5500 und 7300 Meter. Sie ist Bestandteil des Kaschmir-Konfliktes zwischen Indien und Pakistan. Beide Länder haben in der Grenzregion Truppenkontingente stationiert. 1982 hatte es dort blutige Kämpfe gegeben. Eine im November 2003 vereinbarte Waffenruhe haben Indien und Pakistan bislang eingehalten.

Der Unglücksort am Siachen-Gletscher liegt rund 100 Kilometer nördlich von Skardu, einer der wichtigsten Städte in der Region Gilgit-Baltistan. Unmittelbar nach dem Lawinenunglück leitete die Armee ein groß angelegte Rettungsaktion ein. «Spürhunde, Hubschrauber und Soldaten sind im Rettungseinsatz», sagte Armeesprecher Abbas. Außerdem seien schwere Räumfahrzeuge in die Region geflogen worden.