Produkte wie Mehl oder Speiseöl, die mit Vitaminen, Eisen oder Zink angereichert sind, seien keine Wunderwaffe gegen den verbreiteten Mangel an Mikronährstoffen, betonten Welthungerhilfe und Terre des Hommes am Dienstag in Berlin. Etwa zwei Milliarden Menschen weltweit seien mangelernährt und damit auch besonders krankheitsanfällig.

«Solche Fortifizierungsprogramme sollten stets eingebettet sein in umfassende nationale Ernährungsstrategien», sagte Wolfgang Jamann, Generalsekretär der Welthungerhilfe.

Hier gelte es, auch mit einheimischen Produkten eine bessere Versorgung mit Mikronährstoffen zu erreichen, etwa durch andere Verarbeitung. Bei vielen Produkten, wie etwa dem mit Vitamin A angereicherten sogenannten Goldenen Reis oder der derzeit diskutierten «Superbanane», fehlten Langzeituntersuchungen zu Ertrag und Wirksamkeit.

«Oft können mangelernährte Kinder die zugesetzten Nährstoffe wegen fehlender Darmenzyme gar nicht mehr aufnehmen», ergänzte Terre-des-Hommes-Geschäftsführerin Danuta Sacher. Ein weltweiter Erfolg sei jedoch die universelle Speisesalz-Jodifizierung - die Zahl der Länder mit Jodmangelerkrankungen sank von 130 (1990) auf 32 (2011). Das Thema müsse deshalb differenziert bewertet werden.