Zuvor war eine zweite Runde ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Mehr als 140 000 Menschen wurden nach jüngsten Zählungen im syrischen Bürgerkrieg getötet, gut die Hälfte davon Zivilisten. US-Präsident Barack Obama forderte dringend eine bessere humanitäre Hilfe für die notleidende Bevölkerung. Zugleich signalisierte er, dass der syrische Machthaber Baschar al-Assad das Feld räumen müsse.

Washington arbeite in den Vereinten Nationen «aggressiv» daran, dass die notleidenden Bürgerkriegsopfer Zugang zu humanitärer Hilfe bekommen, sagte Obama bei einem Treffen mit dem jordanischen König Abdullah II. in Kalifornien. «Aber zugleich erkennen wir beide an, dass wir nicht nur die Symptome behandeln können», fügte Obama am Freitagabend (Ortszeit) hinzu. «Wir müssen auch das zugrundeliegende Problem lösen - ein von Assad geführtes Regime, das sehr wenig Interesse am Wohlergehen seines Volkes hat.» Assad habe Zivilisten auf die schlimmste Art angegriffen. «Wir brauchen einen politischen Übergang in der Region», forderte Obama.

Brahimi entschuldigte sich bei den Menschen in Syrien, weil ihre Hoffnungen auf eine Friedenslösung in dieser zweiten Verhandlungsrunde enttäuscht worden seien. Die Opposition fordert sofortige Gespräche über die Bildung einer Übergangsregierung. Die Regierungsdelegation will dagegen erst dann über dieses Thema sprechen, wenn eine Einigung zum Thema Waffenruhe und Terrorismusbekämpfung erzielt ist.

Einen Vorschlag Brahimis, parallel über die verschiedenen Punkte zu verhandeln, lehnte die Regierungsdelegation nach Angaben des Vermittlers ab. Sollte sich dieser Konflikt lösen lassen, könnten die Verhandlungen nach Angaben aus Oppositionskreisen in zwei bis drei Wochen weitergehen.

Regierungstreue Truppen und Kämpfer der libanesischen Schiiten-Miliz Hisbollah versuchten am Samstag weiter, die Kleinstadt Jabrud in der Provinz Damaskus-Land sturmreif zu schießen. Das berichteten Revolutionsaktivisten. Die US-Regierung verurteilte die Offensive. Ein Sprecher des Außenministeriums sagte, die Hisbollah schicke immer neue Kämpfer in die Stadt. Jabrud sei keine Extremisten-Hochburg, sondern ein Symbol für Toleranz zwischen syrischen Christen und Muslimen. Der Revolutionsrat von Jabrud habe vergeblich versucht, mit Regimekräften über eine Waffenruhe zu verhandeln.

Die Zahl der Menschen, die durch den blutigen Konflikt ums Leben gekommen sind, stieg nach Angaben der Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter auf mehr als 140 000. Seit Beginn der Revolution im März 2011 seien 140 041 Menschen getötet worden, darunter 71 141 Zivilisten. Auch 7626 Kinder waren unter den Opfern. Die anderen Toten sind Rebellen, Soldaten, Milizionäre, Geheimdienstmitarbeiter und islamistische Terroristen. Bei letzteren handele es sich zumeist um nicht-syrische Muslime, teilte die in London ansässige Organisation mit.

In der Statistik seien 18 000 Verschwundene und 7000 Gefangene, deren Schicksal zum Teil unklar sei, nicht berücksichtigt. Die Vereinten Nationen haben nach eigenen Angaben keine verlässlichen Daten zur Zahl der Bürgerkriegstoten in Syrien.