Bisher bekamen Kinder verheirateter Eltern in Italien automatisch den Nachnamen des Vaters. Eine nähere Urteilsbegründung lag noch nicht vor.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hatte die Regelung in Italien schon 2014 als diskriminierend angeprangert und das Land aufgefordert, das zu ändern. In dem Fall hatte ein italienisch-brasilianisches Paar geklagt, weil sie ihrem Kind beide Nachnamen geben wollten. Dies hatten die italienischen Behörden jedoch abgelehnt, weshalb das Paar vor den Gerichtshof für Menschenrechte zog.

Das italienische Parlament hatte eine entsprechende Gesetzesänderung zwar bereits verabschiedet, allerdings wurde diese im Senat blockiert. «Endlich verabschiedet sich Italien vom Patriarchat», erklärte der Eherechtler Gian Ettore Gassani. Auch Aktivisten begrüßten die Entscheidung des Verfassungsgerichtes.