«Wir erwarten, dass wir den Rettungsschirm, unter dem wir Ende 2010 Zuflucht suchten, fristgerecht verlassen werden», sagte Außen- und Handelsminister Eamon Gilmore der «Wirtschaftswoche».

Über die Körperschaftsteuer lasse er nicht mit sich reden. «Irland hat seinen Beitrag schon geleistet», sagte er. «Der irische Steuerzahler ist schließlich in die Bresche gesprungen, indem er eine Garantie für das gesamte Bankensystem unseres Landes übernahm.»

Irland war wegen der Immobilien- und Finanzkrise 2010 als erstes EU-Land unter den Rettungsschirm von Union und Internationalem Währungsfonds geschlüpft und hatte Garantien von 67,5 Milliarden Euro erhalten. Derzeit spricht das Land mit der Troika aus EU, IWF und Europäischer Zentralbank über den Ausstieg aus dem Programm.

Irland setzt dabei laut dem Bericht darauf, dass der europäische Rettungsfonds ESM dann die irischen Banken rückwirkend unterstützt. Gilmore erwarte auch eine Zustimmung Deutschlands. «Europa braucht einen Erfolg und Irland ist der führende Kandidat dafür», sagte er.

Die Grünen im Europaparlament hatten Irland aufgerufen, seine EU-Präsidentschaft «nicht weiter zur Werbung für unfaire Niedrigsteuersätze» zu missbrauchen. Das Land solle lieber auf eine gemeinsame Bemessungsgrundlage für Unternehmensteuern hinarbeiten, hatte der deutsche Grünen-Abgeordnete Sven Giegold gesagt.