Vor den internationalen Iran-Atomverhandlungen in Wien bleibt eine Inspektion der Militäranlage Parchin südöstlich von Teheran strittig. Experten der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) setzten am Samstag unter der Leitung von Chef-Inspekteur Tero Varjoranta ihre Gespräche mit der iranischen Führung in Teheran fort. Die Verhandlungen sind Teil des Sechs-Stufen-Plans zur Kontrolle des gesamten iranischen Atomprogramms.

Der Sprecher der iranischen Atomorganisation, Behrus Kamalwandi, kündigte an, die «guten und konstruktiven» Gespräche würden am Sonntag in Teheran fortgesetzt. Dann wolle man auch Ergebnisse verkünden, zitierte ihn die Agentur Irna.

Der iranische Atomchef Ali Akbar Salehi hatte zuvor betont, sein Land habe keinerlei Einwände gegen die Untersuchung seiner Atomanlagen durch die IAEA. Umstritten bleibt aber weiter der Militärkomplex in Parchin. Westliche Geheimdienste vermuten, dass dort Experimente zur Entwicklung von Atomsprengköpfen stattgefunden haben.

Parchin ist nicht als Atomanlage registriert. Die iranische Führung will einer weiteren Inspektion nach 2005 nur dann zustimmen, wenn alle anderen Differenzen mit den Verhandlungspartnern ausgeräumt sind. Dazu zählt aus Sicht Teherans auch die Aufhebung der Wirtschaftssanktionen. IAEA-Chef Yukiya Amano aber besteht auf der Parchin-Inspektion ohne Vorbedingung.

Die iranische Führung gab sich im Vorfeld der Expertengespräche in Teheran kompromissbereit. «Wir hoffen, dass mit Vernunft und Geduld die Differenzen ausgeräumt werden», sagte Atomchef Salehi nach Angaben der Agentur Isna. Die Gespräche in Teheran seien ein Wegweiser für die nächsten Atomverhandlungen mit den fünf UN-Vetomächten sowie Deutschland (5+1), die am 18. Februar in Wien stattfinden, so Salehi.

Nach dem Übergangsabkommen mit der 5+1 im November hat der Iran seine Uranreicherung auf über fünf Prozent eingestellt und die Arbeit an dem Schwerwasserreaktor Arak gestoppt. Teheran wird auch sein 20-prozentig angereichertes Uran stufenweise in Brennstäbe umwandeln. Im Gegensatz wurden internationale Sanktionen gegen den Iran teilweise gelockert.

Der Iran will auf andere Atomrechte nicht verzichten. Unter anderem geht es um die Herstellung von modernen Zentrifugen sowie die zweite Urananreicherungsanlage in Fordo, südlich von Teheran. Differenzen gibt es auch bei der Befragung iranischer Atomwissenschaftler.