Fast über die gesamte Dauer der Auseinandersetzungen, von 1914 bis 1918, lagen sich deutsche und vor allem britische Truppen im nahezu bewegungslosen Grabenkrieg gegenüber, 1915 setzten die Deutschen zum ersten Mal Gas als Waffe ein.

Insgesamt starben um Ypern ungefähr eine halbe Million Soldaten. Die schmucke Stadt, die einst mit Handel und Tuchherstellung zu Wohlstand gelangt war, wurde in Schutt und Asche gelegt.

Zwar bauten die Bürger ihre Stadt aus den Ruinen in altem Glanz wieder auf, historischen Marktplatz inklusive. Doch der Weltkrieg ist in Ypern immer präsent - im Museum «In Flanders Fields» in der wiedererbauten mittelalterlichen Tuchhalle ebenso wie am riesigen «Menentor», das die Namen von 54 896 vermissten Soldaten des britischen Commonwealth trägt. Vor der Stadt, wo blutige Kämpfe um eine sachte Anhöhe tobten, erinnern Bombenkrater, kleine Privatmuseen und Soldatenfriedhöfe an das jahrelange Schlachten.

Die Staats- und Regierungschefs der einst verfeindeten Länder planen bei ihrem Besuch eine Tour des «In Flanders Fields»-Museums. Danach nehmen sie am allabendlichen Zapfenstreich am Menentor teil und weihen eine steinerne «Gedenkbank» ein bevor sie miteinander zu Abend essen.

Am Abend werden die Staatenlenker im Rathaus der flämischen Stadt über die strategische Ausrichtung der Union bis 2019 beraten. Konkrete Entscheidungen wird der Gipfel erst am Freitag in Brüssel fällen.

Die «Chefs» wollen unter anderem den Luxemburger Jean-Claude Juncker als neuen EU-Kommissionspräsidenten nominieren.