Dies teilte das Außenministerium am Dienstag in Athen mit. Die Studie liegt seit Anfang März vor und wird seitdem zwischen den Behörden hin- und hergeschoben. Die Ergebnisse werden «als strengstens geheim eingestuft».

In Griechenland hatten im Zuge der Euro-Krise linke und rechte Oppositionsparteien gefordert, das Thema Kriegsentschädigungen wieder auf die Tagesordnung zu setzten. Das Finanzministerium hatte daraufhin eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die sämtliche relevante Akten im Rechnungshof klassifizieren und katalogisieren sollte. Nach Angaben des Finanzministeriums kamen 761 Bände zusammen. Die Arbeitsgruppe hatte ihren Bericht in einer 80-Seiten-Zusammenfassung Anfang März an das Finanz- und das Außenministerium weitergeleitet.

Bei den möglichen Forderungen Griechenlands geht es neben Entschädigungen für Sachwerte und Menschenleben um einen Zwangskredit, den die Bank von Griechenland 1942 der Deutschen Reichsbank gewährte. Über die mögliche Höhe der Reparationen kursieren unterschiedliche Zahlen. Die rechtspopulistische Partei «Unabhängige Griechen» nannte einen Betrag von 162 Milliarden Euro ohne Zinsen. Linke Organisationen sprechen von bis zu 300 Milliarden Euro. Die Bundesregierung sieht die Entschädigungsfrage hingegen für erledigt an.