Bei der Bruchlandung eines südkoreanischen Verkehrsflugzeugs in San Francisco sind zwei junge Chinesinnen ums Leben gekommen. Alle 305 anderen Menschen an Bord überlebten nach US-Angaben das Unglück vom Samstag. Die Unglücksursache war am Sonntag noch unbekannt. Das Flugzeug war nach einem zehnstündigen Direkt-Flug von Seoul auf der Landebahn in San Fracisco aufgeschlagen.

Die beiden Toten seien nach dem Unglück außerhalb des Flugzeugs auf der Landebahn gefunden worden, sagte Feuerwehrchefin Joanne Hayes-White laut CNN. Nach Angaben des Präsidenten der Asiana Airlines, Yoon Young-doo, handelte es sich um zwei Chinesinnen im Teenager-Alter.

Die Bilder von der Unglücksstelle waren erschreckend. Die Maschine lag mit aufgerissener und verbrannter Kabinendecke auf dem Rollfeld, das Heck des Flugzeugs war abgebrochen. Trümmerteile lagen weit über die Landebahn 28L verstreut. Auf der linken Seite waren zwei Notrutschen zu sehen, über die sich die meisten Passagiere aus dem brennenden Wrack retten konnten.

Nach dem Unglück wurden laut CNN 182 Menschen in Krankenhäuser gebracht, einige wegen schwerer Verletzungen, andere nur zur Untersuchung. Insgesamt seien 291 Passagiere und 16 Besatzungsmitglieder an Bord gewesen, niemand werde mehr vermisst. Unter den Passagieren seien 61 US-Amerikaner, 77 Südkoreaner, 141 Chinesen und ein Japaner, teilte die Fluggesellschaft mit.

Zur möglichen Unfallursache sagte der Airline-Chef, es habe seines Wissens keinen Triebwerksfehler gegeben. Das Flugzeug habe nur einen Landeversuch unternommen. Einen Terroranschlag schloss die Bundespolizei FBI aus. Bei der Unglücksmaschine handelt es sich um eine Boeing 777-200, die seit 2006 für die Fluggesellschaft im Einsatz war.

Der Internationale Flughafen liegt am Ufer der Bucht von San Francisco. Feuerwehrchefin Hayes-White sagte, einige Passagiere seien aus dem Wasser gekommen, als die Retter eintrafen. "Aber das Flugzeug war ganz sicher nicht im Wasser", fügte sie hinzu. Weil es an Bord gebrannt habe, seien Passagiere möglicherweise Richtung Wasser geflüchtet.

Die Flugaufsichtsbehörde FAA stufte den Vorfall offiziell als Bruchlandung ein. Augenzeugen berichteten im Fernsehen, dass es bei dem Aufsetzen einen Knall oder eine Explosion am Fahrwerk gegeben habe. Weißer Rauch sei zu sehen gewesen, dann habe sich das Flugzeug mehrfach gedreht. Die Flughafenfeuerwehr löschte die Brände mit Schaum und Wasser.

Der Flugverkehr auf dem internationalen Airport musste stundenlang unterbrochen werden. Ankommende Flüge wurden auf andere Ziele an der Westküste umgeleitet. Nach dem Nationalfeiertag am vergangenen Donnerstag und wegen der Schulferien gehört das Wochenende zu den geschäftigsten Reisetagen. US-Präsident Barack Obama dankte laut einer Mitteilung den Ersthelfern für ihr schnelles Eingreifen.

Asiana ist nach Korean Air die zweitgrößte Fluggesellschaft Südkoreas und Mitglied der Star Alliance, in der auch die Lufthansa ist. Sie fliegt besonders an der Westküste der USA viele Ziele an. Asiana operiert mit zwölf Boeing 777-200, die jeweils ungefähr 300 Passagiere aufnehmen können. Sowohl der Flugzeugtyp als auch die Airline gelten bei Luftfahrtexperten als sehr sicher. dpa